Wenn das Kind in den Brunnen fällt

Rund fünfzig Schauspieler aus Deutschland und Österreich haben sich an der Aktion #allesdichtmachen beteiligt. Die Resonanz war wohl nicht ganz so, wie erwartet wurde. Zumindest nicht seitens von Mitwirkenden wie Heike Makatsch (die sich inzwischen distanziert und das Video zurückgezogen hat), Meret Becker. Ulrich Tukur, Manuel Rubey und Nicholai Ofczarek.

Inszeniert wurde die Ganze Sache von Bernd K. Wunder, einem Corona-Verharmloser der ersten Stunde, der schon früh das Virus mit einem Grippeerreger verglich und dies auch später nie revidierte.

Selbstverständlich sind nicht alle 53 Schauspieler:innen die dort mitgemacht haben Nazis. Ich denke mal, keines der bekannten Gesichtern stehtb diesem Gedankengut nahe, aber sie alle haben – teilweise aus Profilierungssucht – bewusst in Kauf genommen, dass sie auch Applaus aus der rechten Ecke bekommen, dass die Quer“denker“-Blase frenetisch jubeln wird.

Wenn Jan Josef Liefers auf seinem FB-Profil solche Kommentare schreibt:

Kriege das Video hier nicht geladen, deshalb behelfsmäßig so und Link in Bio. Einige Kollegen und auch ich haben hier gesagt, was gesagt werden wollte. Mein Punkt waren die Medien und ihre primäre Berichterstattung im letzten Jahr. Habt Ihr Euch rundherum gut informiert gefühlt? Konntet Ihr Euch aus den Nachrichten eine eigene Meinung bilden? Oder habt Ihr Euch manipuliert gefühlt? Nur halb informiert? Habt Ihr es auch so erlebt, als wären die meisten Journalisten plötzlich einem Chor beigetreten? Mich interessieren Eure Ansichten dazu.

dann ist es schon bewusst mit einkalkuliert und da nutzen Distanzierungsversuche im Nachhinein sehr wenig und zumindest bei Herrn Liefers, wirken sie auf mich unglaubwürdig.

Der Applaus ließ auch nicht lange auf sich warten. Neurechte Blogs wie Tichys Einblicke, KenFM oder auch Hans-Georg Maaßen spendeten Standing-Ovations und spätestens wenn Attila Hildmann mit auf den Zug der Jubler aufspringt,dann ist man dort, wo man eigentlich nie hinwollte, was man jedoch vollumfänglich selbst zu verschulden hat. Da nutzt auch ein – in diesem Fall tatsächlich – billigges „#fcknzs“ am Fuß der Website des Initiators nichts. Alle 53 Mitwirkende scheinen tatsächlich nicht einmal gefragt zu haben, wer die Person hinter hinter dieser Aktion ist. 53x wurde den Quer“denkern“ direkt in die Hände gespielt. Wenn ich ein wenig weiter als von der Wand bis zur Tapete denken kann und mein Ego mal für einen Moment beiseite lasse, dann mache ich mich doch wenigstens mal kurz kundig, vor wessen Karren ich mich da spannen lasse. Und genau das müssen sich sämtliche Mitwirkende vorwerfen lassen.

Man könnte müde lächelnd über diese ebenso übersteigerte, wie auch billige Profilierungssucht hinwegsehen, wenn da nicht ein entscheidender Punkt wäre:

Diese Pandemie hat bisher mindestens 3 Millionen Menschen das Leben gekostet (Stand 23.04. 9:00 Uhr). In 3 Millionen Fällen Schmerz und Trauer von Angehörigen. Millionen von Ärzt:innen und Pfleger:innen haben Menschen auf den Intensivstationen um das eigene Leben kämpfen und zu oft sprichwörtlich jämmerlich verrecken sehen.

3 Millionen Menschen wurden mit diesen verhöhnt und allen Ärzt:innen und Pfleger:innen höhnisch lachend der Mittelfinger ins Gesicht gestreckt. Nicht absichtlich und gezielt, aber auch das gehört eben mit zum Gesamtpaket, die diese Aktion beinhaltete.

Jan Josef Liefers ist mir als Schauspieler persönlich recht wumpe. Den halte ich, ebenso wie Heinz Rühman, für maßlos überschätzt. Bei Roland Düringer war ich nicht sonderlich überrascht, dass er dabei mitmacht, aber im Falle Nicholas Ofczarek und Manuel Rubey, tat es schon ein bisschen weh, sie auch mit von der Partie zu sehen.

Von einem Boykott seitens der Arbeitgeber oder gar einer Entlassung, halte ich hingegen gar nichts.

Die Teilnehmenden müssen sich, ganz zurecht übrigens, nicht in die Nazi- und/oder Querdenkerecke stellen lassen. Doch, dass von ihnen scheinbar keiner auch nur ansatzweise überprüft hat, von wem man sich da hat einspannen lassen und welchem einzigen Zweck dies diente, das geht zu 100% auf die Kappe jedes Einzelnen der meinte ein Video dazu aufnehmen und ins Netz stellen zu müssen.

Wenn man noch über Selbstachtung und Courage verfügt, dann zieht man sein Schaffenswerk der Selbsterniedrigung von einer Plattform zurück, die bewusst die Nähe zu Demokratiefeinden, Holocaustrelativierern und Wissenschaftsphimosen sucht.

Gediegenes Pöbeln gegen diese Aktion ist ja vollkommen okay, aber Beleidigungen und Morddrohungen, ein Verhalten also das man, weil es eben auch schon desöfteren vorgekommen ist, in den Reihen Reihen der Quer“denker“ verortet, verbieten sich allerdings von selbst.

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„Frank der Reisende“, der Mann der Umsturzideen vernetzt

Auf t-online ist heute ein ausserordentlich lesenswerter und extrem gut recherchierter Artikel von Lars Wienand erschienen. Darin geht es um einen Frank Schreibmüller, der, wie die Überschrift schon sagt, eine Art beratender Mastermind hinter vielen Telegram-Gruppen ist. Ich möchte auch gar nicht lange herumreden und noch viele Worte verschwenden, lest den Artikel lieber selbst. Die Recherche entstand in Zusammenarbeit mit dem ARD-Magazin „Kontraste“.

Herr Wienand hat zu Quer“denken“ und anderen Verschwörungsideologen, und -ideologien schon einige gute Artikel verfasst, an denen sich viele große Zeitungen, die lediglich dpa-Meldungen auf ihre Seiten, bzw. in ihre Blätter klatschen, ein Beispiel nehmen könnten.

Ergänzend dazu sei noch die Recherche von Anonleaks empfohlen, die wohl ebenfalls, und das zeitgleich, zu diesem ominösen Frank recherchiert haben. Auch dieser Artikel ist extrem lesenswert.

Alles in allem ist das ebenso interessant, wie erschreckend und gefährlich.

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Hildmann boykottiert mal wieder Juden und Israel,…

… vielleich aber auch nicht. Würde er es tun, herrschte auf Telegram und Co. vermutlich herrliche Ruhe.

Momentan vergeht immer noch kein Tag, an dem Attila Hildmann nicht gegen Juden hetzt. In der relativ sicheren Türkei kann er dies offenbar tun, ohne irgendwelche Konsequenzen fürchten zu müssen. Der deutsche Rechtsstaat hat in seinem Fall kapituliert, bzw größtmögliche Untätigkeit bewiesen.

So ruft er heute – mal wieder – zum Boykott „jüdischer“ Produkte auf. Ob er das, was er von seinen Anhängern fordert selbst so konsequent durchzieht, ist mehr als fraglich. An dieser Konsequenz ließ er es in der Vergangenheit bereits desöfteren mangeln. Ich erinnere mich beispielsweise an das berühmte Foto, als ihn jemand in einer Arztpraxis erwischte. Mit „Sklavenmaske“ vor dem Gesicht, den Laptop auf den Knien.

A. Hildmann bei einem Arzt der bösartigen Systemmedizin. Brav mit Maske, während er seine Follower dazu aufruft, sich diesem „Diktat“ zu verweigern.

Würde Hildmann also das befolgen, was er von seinen Anhängern fordert, bzw. in seinen Telegram-Account krakeelt, hätte er keinerlei Reichweite mehr. Fraglich, ob er dann überhaupt über ein Smartphone, einen Rechner, ein Tablet oder Speichermedien in Form von USB-Sticks verfügen würde. Die Zeiten der 1960er, in denen landwirtschaftliche Exportgüter Israels, darunter die berühmte Jaffa-Orange, etwa 60% der Ausfuhrgüter ausmachten, sind längst vorbei. Die einzige Demokratie im nahen Osten, hat sich inzwischen zu einem Hochtechnologieland entwickelt und dafür kann man nur dankbar sein.

Im nachfolgenden Text möchte ich einmal vor Augen führen, welche nützlichen und wichtigen Dinge aus Israel kommen und von Juden ersonnen und entwickelt wurden. Hildmann spielt dabei lediglich insofern eine Rolle, als dass er zum Boykott „jüdischer“ Waren etc. aufruft, er es jedoch „jüdischer“ Technologie verdankt, dass er seinen Hetze überhaupt in das Netz krakeelen kann.

Hildmann benutzt bevorzugt Smartphones von Apple. Das zweitgrößte R&D-Center (zuständig für Forschung und Entwicklung) des Konzerns steht in Herzliya. 2015 waren dort bereits über 700 Mitarbeiter tätig. Das verwundert nicht sonderlich, denn an Israel kommt inzwischen kein großes Technologieunternehmen mehr vorbei. Zumindest nicht, wenn man den Anschluss behalten möchte.

Eine weitere Technologie die in iPhones steckt, ist der Sensor Capri, der von dem Tel Aviver Unternehmen PrimeSense entwickelt wurde. Dieser ermöglicht es Standort und Bewegung des Nutzers zu erfassen. Für Apple interessant, um ihn in seinen Geräten zu verbauen und so vor Kollisionen mit anderen Nutzern, die ebenfalls beim Laufen nur auf ihr Smartphone starren, zu schützen. Also kaufte Apple PrimeSense 2013 einfach auf und nutzt diese „israelische“ Technologie seitdem in seinen Produkten.

Die immer leistungsfähigeren Kameras in Smartphones, die es schaffen, gleichzeitig mehrere Blenden und verschiedene Fokussierungsebenen zu einem qualitativ höherwertigen Foto zusammenzustellen, verdanken wir Unternehmen wie LinX. Diese Firma wurde 2011 von Ziv Attar und Andrej Tovchigrechko in Israel gegründet und 2018, aufgrund seiner hochwertigen Entwicklung, aufgekauft. Na, von wem wohl? Richtig, wieder von Apple.

Es wird also langsam Zeit, dass der antisemitische Hetzer Attila Hildmann sich konsequent von jeglichen Produkten mit dem Apfel-Logo trennt, wenn er denn Aufrichtigkeit, Geradlinigkeit und Rückgrat beweisen möchte. Dann soll er, in all seiner Widerlichkeit aber auch bitte konsequent sein.

Ein weiteres Produkt das Hildmann, genau wie Milliarden andere Nutzer, sicherlich oft und gerne benutzen ist der USB-Stick, dessen Erfindung und Entwicklung wir dem Ingenieur Dov Moran aus Israel zu verdanken haben.

Ein Erfindergeist, der enorm wichtig für die Computertechnlogie war, ist, bzw. war Andrew Grove, Mitbegründer der Firma Intel. Grove wurde am 2. September 1936 als Gróf András István in Budapest, Ungarn geboren. Den HWas wir der Firma Intel an (Vor)Leistung zu verdanken haben, braucht hier, so glaube ich, nicht weiter erläutert zu werden.

Die Firma Mobileye ist ein israelisches Tochterunternehmen von Intel. 1999 von Ziv Aviram und Amnon Shashua gegründet, entwickelte man Fahrerassistenzsysteme, die unter anderem in Wagen BMW, Volkswagen, Ford und Nissan verbaut wurden/werden. Ob diese Teile auch in Fahrzeugen von Porsche verbaut sind, weiß ich nicht. Doch Hildmannn fährt das Ding momentan sowieso nicht mehr. Viermal die Motoren dieses Herstellers schrotten, das muss man 1. erst einmal schaffen und das geht 2. ins Geld.

Apropos Geld: dass Juden Geld über alles geht, ist ein weiteres antisemitisches Stereotyp, das Attila Hildmann gerne verbreitet. Er selbst zeigt jedoch ebenfalls gerne, dass er es anscheinend dicke hat. Zu Anfang seines „Wirkens“ auf Telegram, verging jedenfalls kaum ein Tag, an dem er nicht wie angestochen mit dicken Bündeln vor der Kamera herumfuchtelte.

Attila und seine geliebten Scheine. Rechts, Attila auf der Suche nach Hackern. Diese haben sich angeblich danach (unverzüglich, sofort) zu Tausenden bei ihm gemeldet. Natürlich nur die Besten der Besten, die allesamt bereits für CIA, KGB und DMT gearbeitet haben.

Gleichzeitig verkündete Hildmann mal via Telegram, dass seine Angestellten stolz darauf seien für ihn, bei einem geringen Lohn, zu arbeiten. In den antisemitschen Stereotypen die er bedient, steckt also vermutlich eine ganze Menge Projektion.

Ein weiteres Gebiet auf dem Israel seit einigen Jahren wichtige Beiträge leistet, ist die medizinische Forschung. So gelang israelischen Wissenschaftlern im letzten Jahr ein wichtiger Durchbruch auf dem Gebiet der Krebsforschung. So schreibt die Jüdische Allgemeine

Mittels einer neuartigen Technologie sei es erstmals gelungen, um Krebszellen in Mäusen mit genetischen Botenstoffen zu zerstören, ohne dabei gesunde Zellen zu beeinträchtigen, schrieben die Wissenschaftler der Universität Tel Aviv in einem Beitrag für das Fachjournal „Science Advances““

Bei dieser neuartigen Technologie handelt es sich um die Genschere CRISPR/Cas. Ja, diese böse Gentechnologie. Ist sie doch wahrscheinlich tatsächlich in der Lage, beim Kampf gegen Krebs in Zukunft eine wichtige Rolle zu spielen. Als jemand der in seinem engeren Familienkreis drei Menschen durch Krebs verloren hat und der so selbst ein guter Kandidat dafür ist daran zu erkranken, ist dieser Durchbruch für mich zu bedeutend und wichtig, als dass mir da Bedenken kommen. Sollen sie meine Gene nehmen und entschlüsseln. So lange es Krebs besiegt, geht das für mich in Ordnung.

Ein weiterer Fortschritt gegen Krebstumore, in diesem Fall Brustkrebs, wurde 2019 durch das israelische Unternehmen „IceCure Medical“ erreicht. Dazu schreibt israelnetz.com in einem Artikel

Bei dem neuen Prozedere wird über eine Nadel eine minus 134 Grad kalte Lösung in das Karzinom initiiert, um es einzufrieren. Das Gewebe wird dadurch inaktiv und erlaubt dem Körper in den nächsten Wochen damit natürlich umzugehen, als sei es totes Gewebe. Der Eingriff lässt im Gewebe eine kleine Narbe zurück. Ansonsten finden sich keine Spuren auf der Haut oder den Organen. Laut des Unternehmens können die meisten Patienten so innerhalb einer Stunde behandelt werden.

Sollten sich die weiteren Versuche als erfolgreich erweisen, wäre dies Hoffnung für Milliarden von Frauen.

„Pill-Cam“, eine Kamera zum Schlucken ist eine Entwicklung des israelischen Unternehmens Given Imaging. Erfunden wurde die Kamera, die sich in einer kleinen Kapsel befindet, vom israelischen Raketenphysiker Gavirel Iddan bereits vor 14 Jahren. So können etwa 21 Magen-Darm Erkrankungen erkannt und entsprechend behandelt werden.

An wie vielen anderen Dingen mit Nutzen für die Gesellschaft jüdische Menschen beteiligt waren und sind, kann man wohl nicht zählen. Ich habe mich in diesem Beitrag lediglich auf ein paar aktuelle Dinge konzentriert, die wir alle täglich nutzen, bzw. die uns in vielen Fällen eine Hilfe sind, bzw sein können und die wir Juden aus dem Hochtechnologieland Israel zu verdanken haben.

All jene, die Hildmanns Aufruf folgen wollen, einschließlich ihm selbst, sollen doch bitte auf die Produkte und Technologien verzichten. Diese Abmachung gilt unverzüglich, sofort – d’accord?

Doch bei Leuten wie Hildmann gelten diese Forderungen selbstverständlich nur gegenüber anderen. Spätestens wenn der persönliche Wohlfühlfaktor davon betroffen ist, wird man inkonsequent und nimmt es mit dem Befolgen seiner antisemitschen Hetzpropaganda nicht mehr ganz so genau.

Wahrscheinlich sitzt er gerade bei einem guten und gesunden Salat aus Kirschtomaten und hämmert auf einem iPhone, voller israelischer Technologie, seine Parolen in den Äther. Kirschtomaten? Moment, wer hat diese leckeren kleinen roten Teile, die Hildmann bis zur Schließung noch selbst in seiner Vegan-Kaschemme anbot, „erfunden“? Richtig, „der Jude“ war’s. Genauer, die Juden Chaim Rabinowitch und Nachum Kedar. Denen kann man dafür nicht genug danken. Sind doch diese kleinen Tomaten nicht nur ausserordentlich lecker, sondern auch noch schön handlich und wasserarm, was sich wiederum geschmacklich ausserordentlich positiv bemerkbar macht.

Daher sollte Hildmann, wenn er denn konsequent ist, in der Türkei unverzüglich einen Autokorso wider die Kirschtomate starten und die Bevölkerung von Izmir, Istanbul und Ankara öffentlichkeitswirksam per Megaphon dazu auffordern, dieses Gemüse umgehend zu boykottieren.

Apropos hildmannsche Konsequenz: Es mag ihm vielleicht nicht passen, doch in seiner neuen Heimat Türkei, wird selbstverständlich ebenfalls vakziniert. Die Infektionszahlen, die seit Mitte März wieder steil ansteigen, machen es auch dort dringend notwendig, dass dies so schnell wie möglich passiert. Der Hersteller des Impfstoffs, den die Türkei importieren muss, ist das Unternehmen Sinovac Biotech. Die sitzen in einem Land, das Hildmanns zweitgrößtes Hassobjekt darstellt, in China.

Doch Hildmann ist leider nicht so dumm, als dass er nicht ganz genau weiß, was ihm dort blüht, wenn er deswegen die Entscheidungen der türk. Regierung, bzw. Erdogans, anprangern und zum Thema seiner geistigen Diarrhoe machen würde.

Zum Abschluss noch ein Verweis auf „hagalil – jüdisches Leben online“.
Dort ist ein, in meinen Augen, wichtiger Beitrag erschienen.

„Anfrage an Staatsanwaltschaft und Gesellschaft – Anlässlich des nicht vollstreckbaren Haftbefehls gegen Attila Hildmann“

Bitte lesen.

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Stuttgart 21 (Lovehug Remix)

Herzlichen Glückwunsch an die Polizei Stuttgart,

wie auch die Exekutive in anderen Bundesländern bei den Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen, sorgen auch hier die Beamten vor Ort mit dafür, dass wir von einer dritten, ganz locker in die vierte Welle rauschen werden.

Unzählige Pfleger:innen und viele Ärzte auf den Intensivstationen spenden Ihnen, angesichts solcher Bilder, donnernd Standing Ovations. Gefolgt von Erkrankten, die bis heute mit den Folgen der Infektion zu kämpfen haben und last, but not least, die Familien, die Angehörige durch SARS-CoV verloren haben. Schließlich beteiligt sich die Polizei in Stuttgart heute aktiv daran, dass finanziell marode Kliniken wieder Geld in die klammen Kassen gespült wird. Das höhlt auf der anderen Seite zwar unser Gesundheitssystem aus, aber hey, man tut halt was man kann, nicht wahr?

Zudem hat Karsten Höfler, Leiter der Schutzpolizei Stuttgart, bereits am 1. April auf Facebook angekündigt, dass er und seine Truppe, im Namen der Versammlungsfreiheit alles für eine zunehmende Belegung der Intensivbetten tun werden.

Die Bilder und Videos auf Twitter können schon den Eindruck erwecken, dass sich hier verbrüdert wird. Für eine eindeutige Aussage allerdings ist die letzte Szene, von der ich unten noch ein Standbild gepostet habe, zu unvollständig. Es würde mich aber auch nicht verwundern.

Hier noch einmal als Standbild:

Polizeibeamter klatscht freudig einen pandemietreibenden Sozialimpotemzler ab, der ganz stolz darauf ist, dass er aufrecht laufen kann ohne mit den Fingerknöcheln über den Boden zu schleifen.

Edit: Zum obigen Videoschnippsel, bzw standbild gibt es inzwischen eine Ausrede Stellungnahme der Polizei Stuttgart auf Twitter

Nanu, ich dachte bisher immer, dass die Polizei politische Neutralität zu wahren hat. Wie kommt es dann, dass solch ein Plakat unbeanstandet an einem Polizeiwagen hängen darf?

Das muss man sich einmal vor Augen führen. Mit Plakaten dieser Art wird seit Beginn der Corona-Demos von irgendwelchen „Demonstranten“ in den Lüften herumgestochert. Plakate, auf denen Frau Merkel, Herr Drosten oder – in diesem Fall Olaf Scholz als Schuldige abgeurteilt werden – und die Polizei Stuttgart beteiligt sich hier aktiv daran, dass dumpf-reaktionäres Gebaren, dem schon oft genug Mordrohungen gefolgt sind, das einmal in die Tat umgesetzt wurde, Raum gegeben wird.

Die Exekutive in Deutschland bietet dem demokratiefeindlichen Bündnis Quer“denken“ auf ihren Einsatzfahrzeugen kostenlose Werbefläche für menschenverachtende Propaganda und Verurteilungen von Politikern im Namen „des Volkes“. Deutlicher kann man nicht demonstrieren, dass man einen feuchten Dreck auf Dienstverpflichtungen gibt und es mit der Gesetzgebung nicht so genau nimmt.

Dienstaufsichtsbeschwerden werden hier nichts bringen. Da kommt höchstens das Standard-Blabla, dass eventuell innerdienstlich ermittelt werde und in Wirklichkeit geschieht genau nichts.

Doch die Polizei bei Quer“denken“-Demos wäre nicht die Polizei bei Quer“denken“-Demos, wenn sie nicht auch martialischer könnte.

Friedlich Demonstrierende können keine Viren übetragen.

Mit freundlichen Grüßen Ihre Virologen von der Polizei Stuttgart

Wie friedlich Demonstrierende tatsächlich waren, kann man bspw. auf unten stehenden Videoschnippseln erkennen

Journalisten der ARD wurden nicht „nur“ bepöbelt, sondern auch seitens der friedlichen Quer“denker“ angegriffen. So berichtet die ARD auf Tagesschau

Auf einem Video, das der Polizei vorliegt, ist zu sehen, wie ein Journalist in der Cannstatter Straße offenbar von einem Demonstrationsteilnehmer angegriffen wird. Am späten Samstagabend berichtete das Polizeipräsidium Stuttgart, dass nun ein 37-jähriger Tatverdächtiger ermittelt und vorläufig festgenommen wurde. Zudem gab es vereinzelt weitere Übergriffe auf Journalisten, unter anderem wurde ein ARD-Fernsehteam auf dem Gelände des Cannstatter Wasens bedrängt. Sie mussten ein Live-Schaltgespräch zum Fernsehen unterbrechen“

Da stellt sich die Frage, ob diese gewalttätige Experten nicht wissen, dass genau diese gewaltaffinen Kriminellen mit dafür sorgen, dass es um die Pressefreiheit in diesem Land durch genau solche Aktionen schlechter bestellt ist oder ob Demokratieverächter genau das wollen.

Für die Exekutive waren solche Bilder, so überhaupt Notiz davon genommen wurde, selbstverständlich kein Grund einzugreifen und dies rigeros zu unterbinden. Das Risiko eines erhöhten Aerosol-Ausstoßes wäre einfach zu groß gewesen. Ergo macht man seitens der staatlichen Gewalt das, was man auch bei den letzten Quer“denken“-Demos grandios beherrscht hat: Beleidigungen, Bedrohungen und körperliche Attacken auf Journalisten werden gerne übersehen und kaum geahndet.

Im Falle des Steinewerfers Eierwerfers (hat sich inzwischen scheinbar herausgestellt) hat man sich immerhin bemüht den Täter zu ermitteln und vorläufig festzunehmen. Applaus! Doch Journalisten präventiv zu schützen, das kam den Damen und Herren in Uniform offenbar nicht in den Sinn.

Ich wiederhole noch einmal das, was ich eingangs bereits geschrieben habe: angesichts solcher Bilder werden Pfleger:innen und Ärzte auf den Intensivstationen begeistert sein und auch bei den Familien, denen Angehörige am Beatmungsgerät verreckt sind und die, die bis heute mit Langzeitfolgen zu kämpfen haben, kennt die Freude keine Grenzen mehr.

Ich bin jetzt schon gespannt darauf, welche Plakate bei der nächsten Demo auf der neuartigen Werbefläche Polizeiwagen Platz finden. Bis zu noch konkreteren Drohungen ist es nun ohnehin nur ein kleiner Schritt. Vielleicht darf es auch ein gelber Stern sein? Schließlich ist man sich in diesen Demonstranten-Kreisen auch vor schäbigster Relativierung von NS-Verbrechen nicht fies. Wie denn auch, wenn Antisemitismus inzwischen eine fester Bestandteil der Quer“denker-Szene ist.

Fazit: auch in Stuttgart glänzt die Exekutive durch Unfähigkeit, Unwilligkeit und Totalversagen dringend notwendige Auflagen durchzusetzen und beteiligt sich so aktiv daran, dass wir alle noch lange etwas von SARS-CoV2 und seinen Mutationen haben werden.

Danke Polizei, einige eurer Beamten haben da heute wieder einmal einen tollen Job gemacht und gnadenlos abgeliefert! Weiter so.

Dass es auch anders geht, zeigt die Polizei nur kurze Zeit später:

Eines kann man deutlich sagen: Quer“denker“, Polizei, die Stadt Stuttgart und die Landesregierung Baden-Württemberg betätigten sich in der Landeshauptstadt gleichermaßen wissentlich als Pandemietreiber. Wie viele Infizierte (die unter Langzeitfolgen zu leiden haben werden) und Corona-Toten nach Stuttgart auf das Konto von Quer“denkern“, diensthabenden Beamt:innen und der Landesregierung gehen, wird man nicht genau sagen können, aber es wird erneut Gesundheit und Menschenleben kosten.

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The Oscar goes to Generalstaatsanwaltschaft Berlin

Herzlichen Glückwunsch, liebe Generalstaatsanwaltschaft Berlin und die Ermittler bei der Polizei.

Nachdem seit gut zwei bis drei Wochen definitiv klar ist, wo Attila Hildmann sich aufhält, hat man bei den deutschen Behörden nun ebenfalls Kenntnis von dessen Aufenthaltsort. Seit dieser Zeit leugnet er mehrmals täglich den Holocaust und hetzt direkt gegen Juden.

Hildmann selbst hat sich auf Telegram bereits dazu geäussert. Ich verlinke es hier nicht. Zusammengefasst: er besitzt die doppelte Staatsbürgerschaft, wird den deutschen Personalausweis/Pass jedoch bald zurückgeben, da es sich lediglich um einen Angestellten-Ausweis handelt und er kein „Judensklave“ sei. Er möchte erst wiederkommen, wenn Deutschland wieder frei ist. Was unfreiwillig komisch ist, denn bis vor Kurzem krakeelte er noch, er küsse jeden Morgen, nach dem Aufstehen, den deutschen Boden und werde bis zur letzten Patrone bla, bla, bla. Maulheldentum eben. Leider eines der gefährlichen Art.

Sicherlich, vom ermittlungstechnischen Standpunkt konnte man es zunächst verstehen, dass die Auswertungen eine Zeit dauerten. Doch man hätte – mit ein bisschen mehr Einsatzbereitschaft – schon ein bisschen früher Anklage erheben sowie einen Haftbefehl erlassen und vollstrecken können. Zumal die Auszugsvorbereitungen in der Villa in Wandlitz schon lange zu beobachten waren. Übrigens wieder einmal von Antifaschisten, die Hildmanns Aktionen von Anfang an beobachtet und gemeldet haben. Zeitnahes Handeln der deutschen Behörden – Fehlanzeige. Man hat zugeschaut wie Hildmann sich zunehmend radikalisierte. Anzeigen gesammelt, ausgewertet, Datenträger etc. sichergestellt und sich darin festgebissen, wie ein kleiner, wütender Terrier. Geschehen ist, bis auf zwei-drei kleine Gefährderansprachen und Platzverboten für die Dauer der jeweiligen Demos nichts, niente, שום דבר

Nun können ihn Polizei und Staatsanwaltschaft weiter beobachten und genau nichts ausrichten. Da stelle ich mir die Frage, ob man seine täglichen Holocaustleugnungen und weitere §130er-Delikte immer noch verfolgt oder sich sagt „Och nö, lohnt nicht, lassen mer das mal.“ So sieht er aus, der behördliche Kampf gegen jeden Antisemitismus in Deutschland.

Kampf gegen jeden Antisemitismus sieht für mich anders aus. Ein bisschen kann ich Attila Hildmann verstehen, wenn er sich einen lacht und allen höhnisch den Mittelfinger zeigt. Hätte ich eine feststehende Ideologie, die in dem Land in dem ich lebe, wohlmöglich gegen die Gesetze verstößt und die Behörden nehmen es achselzuckend hin, würde ich nichts anders reagieren und agieren.

Juristen mögen dies anders sehen und sicherlich begründen können, doch in meinen Augen ist dies entweder ein Totalversagen von Judikative und Exekutive oder absichtliches Desinteresse.

Herzlichen Glückwunsch!

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Üüüberraschung

I bims, de Querdenker.

Am Wochenende, genauer gesagt am 20. März sammelten sich die Quer“denker“ in verschiedenen Städten des Landes. Hauptziel war dieses Mal die Stadt Kassel. Dafür wurde bereits seit Monaten kräftig Werbung gemacht. Angemeldet war die Veranstaltung dieses Mal für etwa 50.000 Teilnehmer. Zunächst seitens der Stadt verboten, wurde dieser Entscheid später vom VG Kassel wieder.

In der Stellungnahme des Verwaltungsgerichts Kassel heißt es:

Derzeit bestehe keine akute Gefahr für eine Überforderung des Gesundheitssystems. Die Inzidenz bewege sich sowohl bundesweit als auch in Hessen und Kassel noch unter dem Wert von 100. Die Zahl der Verstorbenen sei massiv zurückgegangen. Dabei berücksichtigte das Gericht, dass die Verbote sich auch an Personen richteten, von denen weder objektiv noch dem Anschein nach eine Gefahr oder der tragfähige Verdacht einer Gefahrverursachung im Sinne einer Verbreitung für das Corona-Virus ausgehe. […] Überdies sei zu beachten, dass durch andere Maßnahmen (Abstandhalten/Maskentragen etc.) die Infektionsgefahr soweit reduziert werden könne, dass sich ein Totalverbot als unverhältnismäßig erweise. So seien mildere Maßnahmen als ein Verbot möglich. Zum Beispiel könnten Auflagen zum Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen oder das Einhalten von Mindestabständen erfolgen.

Richtig gelesen. Dies ist keine Übung. Dies ist kein Scherz. Beim VG Kassel lacht man dem derzeitigen Stand der Forschung und Wissenschaft höhnisch ins Gesicht. Man gibt – genau wie Quer“denker“ – einen feuchten Dreck auf das, was alle am Virus Forschenden bisher mühsam erarbeitet haben.

Die Entscheider dieses Beschlusses urinieren auf die Gräber derer, die bisher an diesem Virus sprichwörtlich verreckt sind und macht sich über deren trauernde Angehörige lustig. Sie zeigen allen Menschen, die die Infektion überlebt haben, jedoch bis heute (niemand weiß wie lange) an den Langzeitfolgen leiden, den Mittelfinger.

Meiner Meinung nach haben Juristen, die in diesen Zeiten derartige Entscheidungen fällen müsse, eine gewisse Verantwortung. In diesem Fall haben sie mutwillig, wohlmöglich auf Kosten von Menschenleben, größtmöglich versagt und müssten eigentlich entweder umgehend von ihren Aufgaben entbunden werden oder sollen in Zukunft nur noch bei Nachbarschaftsstreitigkeiten, Autounfällen etc. juristische Entscheidungen treffen dürfen.

Der Hessische Verwaltungsgerichtshof erließ später noch Auflagen, die die Teilnehmerzahl auf 6.000 Menschen beschränkte, einen Demonstrationszug durch die Innenstadt explizit verbot und lediglich zwei Kundgebungsorte, auf dem Messegeländer Schwanenwiese und dem angrenzenden Platz der Deutschen Einheit zuließ. Eine Makulatur, die das Papier nicht wert ist, auf dem es geschrieben wurde.

Die Quer“denker“ ließen sich davon auch gar nicht erst aus dem Konzept bringen. Im Netz wurde dazu aufgerufen, einfach in der Stadt spazieren zu gehen, das könne niemand verbieten. Es war bereits im Vorfeld abzusehen, dass weitaus mehr Teilnehmer, als die erlaubten 6.000 anreisen würden. Das hat die Exekutive unversehens auf dem falschen Fuß erwischt.

Die Polizei in Kassel war von der hohen Zahl an Teilnehmern überrascht. „Mit dieser Anzahl von 20.000 Teilnehmern haben wir nicht gerechnet“, sagte Polizeisprecher Dirk Bartoldus am Samstagabend dem hr. Quelle

Nanu, solche Worte kennt man doch. Bei beinahe allen Veranstaltungen im letzten Jahr, waren Polizei und Stadtobere überrascht. Bei keiner der nachfolgenden Demonstrationen und Kundgebungen hat man aus dem Erlebten gelernt oder wollte es schlichtweg nicht. Langsam könnte man glauben, dies geschieht mit Absicht. Man könnte auch darüber lachen, wenn es hier nicht um Gesundheit und wirtschaftliches Fortbestehen gehen würde.

Man konnte beispielsweise solche drolligen Formulierungen lesen:

Die Polizeiführung hat mit verschiedenen Beratern ständig, intensiv und jederzeit über die Möglichkeiten und Konsequenzen des polizeilichen Einschreitens diskutiert und hier die Entscheidung so gefällt, dass die polizeilichen Maßnahmen und der temporäre Verzicht auf Zwangs- und Verfolgungsmaßnahmen in der Rechtsgüterabwägung notwendig und angemessen waren. Die Teilnehmer kamen augenscheinlich überwiegend aus dem bürgerlichen Lager und zeigten insgesamt eher keine Tendenz zu gewalttätigen Aktionen. Einzelne gezeigte Symboliken, wie gelbe Sterne, wurden dokumentiert. Verstöße im weiteren Verlauf geprüft.

Kurz: „LMAA, Bedenkenträger.“ Wenn das bürgerlicher Lager gemeinsam mit Antisemiten, Rassisten und weiteren Demokratieverächtern marschiert, wäre das für mich, als Exekutive, ja eher ein Warnsignal, aber was weiß ich schon?

Wie bei jeder Quer“denker“-Versammlung versuchte sich die also Polizei auch hier fleissig in Deeskalation Arbeitsverweigerung. Man machte sich erst gar nicht die Mühe, die Leute dazu aufzufordern, sich Masken aufzusetzen und Abstände einzuhalten.

Daher hieß es aus den Reihen der Polizei im Nachhinein, man hätte die „Verstöße aus taktischen Gründen zugelassen“. (siehe zwei Absätze zuvor). Man lässt also aus Gründen der Taktik zu, dass sich nach der Veranstaltung andere Menschen mit einem Virus infizieren könnten, das nun einmal überdurchschnittlich hoch übertragbar ist. Eine tolle Strategie. Wow, Bob, wow.

Stattdessen machte man den Quer“denkern“ die Straße frei. Gegenprotest wurde teilweise brutal aus dem Weg geräumt. Hier die Einsatzkräfte der Polizei Thüringen in Aktion, für die sie aus den Reihen der Querdenker Applaus erhielt.

Ich möchte angesichts des gestrigen Tages in Kassel in der Tat kein Polizist sein. Von beiden Seiten bepöbelt werden, ist bestimmt kein Spaß. Doch einer verbotenen Demo mit solchen Mitteln den Weg freiräumen, sollte eine dienstrechtliche Untersuchung zufolge haben.

Wie bei den letzten Demonstrationen der Quer“denker“ im Jahre 2020, waren sich einige „Eltern“ nicht zu schäbig dazu, ihre KInder mit auf die Demo zu schleifen und sich mit ihnen dort hinzubegeben, „wo es abgeht“. Auf das Wohl der eigenen Kinder, hat man dabei einen feuchten Dreck gegeben und sie kalt und berechnend Angst und Erschrecken ausgesetzt. Mit dem einzigen Ziel, die entsprechenden Bilder zu erzeugen.

Solche Aufnahmen kennt man ansonsten nur aus dem Gazastrip, wenn mal wieder an der Grenze zu Israel „demonstriert“ wird. Das reinste Pallywood. Hamas und Sympathisanten lassen grüßen.

Einige Quer“denker“ sind selbst auch keine Kinder von Traurigkeit und gingen auf Gegendemonstranten los. So ist es für diese Leute auch kein Problem, Frauen in den Bauch zu treten.

Die üblichen Holocaustrelativierungen kennt man ja schon. Ich werde an dieser Stelle darauf verzichten, sie noch einmal zu zeigen. Gelbe „Ungeimpft-Sterne“, Vergleiche mit Anne Franke usw. waren auch hier wieder zu sehen. Wer sich dennoch einen Überlick darüber verschaffen möchte, wer so alles in Kassel zugegen war wird hier fündig. (via Adornochrom auf FB) Unter anderem war auch der Neonazi Sven Liebich vor Ort. Das ist der, der über seinen Shop zig gelbe „Ungeimpft-Sterne“ verkauft. Er wurde im Bericht der Tagesschau zu Kassel gezeigt. Ohne, dass man diese Tatsache einordnete. Vielleicht lädt die ARD ihn ja demnächst zu „Hart aber fair“ ein. Ein weiterer trauriger Höhepunkt eine Dame, die sich ein Transparent umgehängt hatte. Darauf „Geschichte wiederholt sich“ und darunter ein Foto des Buches „Das Tagebuch der Anne Frank“. Klar wer erinnert sich nicht an den Bericht in der Wochenschau aus dem März 1944, in der Anne Frank – fröhlich lachend und Selfie knippsend – auf einer Demonstration gegen die Naziherrschaft zu sehen war?

Warum schafft es eigentlich kein Bundesland und keine Stadt ausser München, diese Schäbigkeiten auf den Demos zu untersagen. Bei Zuwiderhandlung Ordnungsgeld und den betreffenden Menschen eine weitere Teilnahme zu untersagen. Entweder per Platzverweis für die gesamte Stadt oder bis zum Ende der Veranstaltung in Gewahrsam nehmen. Das ist ohne Weiteres möglich, man muss es nur wollen.

Diese Relativierungen werden in der vollen Absicht betrieben, um Antisemitismus voranzutreiben, Unsägliches wieder sagbar zu machen und in Richtung eines „normalen Diskurses“ zu verschieben. Man kann es nicht oft genug wiederholen: wenn es das ist, was Steinmeier und Maas sich unter einem „Gegen jeden Antisemitismus“ verstehen, dann hätten sie besser ihren Mund gehalten.

Auf einer der Bühnen bei der „Abschlusskundgebung“, wurden die Impfungen dieses Mal mit dem NS-Euthanasieprogramm verglichen. Eine erneute niedere Stufe schäbigster Relatvierungen von Naziverbrechen. Die Masse vor der Bühne zollte auch diesen Worten Applaus.

Da erwische ich mich glatt bei dem Wunsch 730 Seiten Ernst Klee in die linke und einen naturwissenschaftlichen Wälzer in die rechte Hand zu nehmen, einen Quer“denker“kopf in die Mitte packen und dann Standing Ovation bis zum Umfallen. Ich würde aus diesen Leuten am Liebsten sieben Sorten Scheiße heraus prügeln, wenn es nur nicht so schrecklich reaktionär wäre.

Meine ich die letzten Sätze zu 100% ernst? Nein, natürlich nicht. Selbstverständlich ist sind nicht alle, die dort mitmarschieren Rassisten, Antisemiten und/oder Demokratiefeinde. Einige werden vllt. von Unsicherheiten und Ängsten getrieben, die ein Fall für die Psychologie sind und, – teilweise – wohlmöglich psychotherapeutisch behandelt werden sollten/müssten. Nichtsdestorotz marschiert ein Großteil der angeblichen Nichtantisemiten usw. wissentlich und willentlich bei jenen mit, die eine ganz genau Vorstellung von dem haben, was sie sagen und tun. Sie haben eine feste Ideologie verinnerlicht, leben diese und möchten möglichst viele Menschen mitziehen und formen.

Immerhin wird in der heutigen „Lügenpresse“ fleissig über den gestrigen Tagen und der Kritik an der Strategie der Exekutive berichtet.

Doch selbstverständlich haben auch die Quer“denker“ Nachrichtenportale, die ihnen zur Seite stehen. Alternative Medien, wie es euphemistisch heißt. Compact, Rubikon etc.

In einem fiktiven Artikel des querfrontaffinen Nordkurier, könnten anlässlich dieser Veranstaltung folgende Worte stehen:

Etwa 20.000 Querdenker und unzählige Polizeibeamte, standen einträchtig vor der Bühne und lauschten andächtig der Relativierung von NS-Verbrechen, die bei den Quer“denkern“ inzwischen zum guten Ton und zu den Höhepunkten der feurig-zünftigen Reden gehört.

Nach dieser Veranstaltung verteilten sich ca. 20.000 wissenschaftsphimosige Sozialimpotenzler, deren einzige Intention die Relatvierung von Holocaust und weiteren NS-Verbrechen zu sein scheint, über den Großteil dieses Landes. Sie werden mit dafür sorgen, dass wir alle noch lange etwas von einem neuen Lockdown, einer dritten und vierten Welle und Unternehmensinsolvenzen haben werden. Man freut sich schon auf die nächsten Veranstaltungen und es braucht keine hellseherischen Fähigkeiten, dass eine vollkommen überforderte Exekutive wieder einmal überrascht sein wird.

Dass es auch anders geht, zeigte heute die Polizei Dortmund. Dort wurde heute eine geplnate Veranstaltung von Impfgegner kurzerhand durch die Polizei, die in NRW auch als Versammlungsbehörde fungiert, verboten. In einem Artikel der Ruhrbarone heißt es u.a.:

Die Ereignisse der letzten Tage haben jedoch Unzuverlässigkeiten des Anmelders offengelegt. Die Unzuverlässigkeit wird unter anderem mit dem gewaltsamen Vorgehen gegen Gegendemonstranten und Polizeibeamte begründet. Die aktuellen Ereignisse in Kassel auch in Verbindung mit vorherigen Querdenken-Demos in Dresden und Berlin lassen darauf schließen, dass eine friedliche Meinungsäußerung nicht das Ziel der Bewegung ist. In Zeiten von exponentiell ansteigenden Infektionszahlen wird die Coronaschutz-Verordnung vorsätzlich nicht eingehalten. Gerade bei Versammlungen mit vielen Menschen ist es jedoch wichtig, dass in Zeiten der Pandemie die aufgestellten Hygieneregeln durch alle Teilnehmer/-innen beachtet werden.

Man kann nur hoffen, dass künftige Veranstaltungen im Hinblick auf die aktuelle Lage untersagt werden. Die Versammlungsfreiheit ist ein hohes Gut und sollte selbstverständlich geschützt werden. Die Gesundheit des Individuums jedoch, steht in meinen Augen höher und bei der momentanen Situation, zu der noch die desaströse Impfgeschwindigkeit hinzukommt, ist es in meinen Augen überhaupt keine Frage, dass solche Veranstaltungen strikt untersagt werden.

Der Ideengeber zu diesem von mir erstellten Meme ist in irgendeiner FB-Gruppe, in der ich ebenfalls bin. Ich weiß aber weder in welcher Gruppe das war, noch von wem der Dialektik-Spruch stammt, sorry.

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Offener Brief an Dr. Ludwig Spaenle zur Holocaustrelativierung am 13.03. in München

Sehr geehrter Herr Doktor Spaenle,

Sie sind Antisemitismus-Beauftragter des Landes Bayern jüdisches Leben in Deutschland. Als solcher setzen Sie sich u.a. gegen Antisemitismus ein. Leider braucht es dieses Amt wieder deutschlandweit. Der Antisemitismus war hier nie verschwunden und hat im Zuge der Pandemie stark zugenommen. So werden beispielsweise auf den „Demonstrationen“ gegen die Corona-Maßnahmen der Bundes- und Landesregierung(en) regelmäßig der Holocaust relativiert und Verschwöungsideologien, mal indirekt über Codes etc., manchmal auch vollkommen unverhohlen propagiert. 

Die Stadt München erließ im letzten Jahr ein diesbezügliches Verbot. Das Tragen dieses Sterns wurde unter Strafe gestellt. Dennoch konnte man auf den Demonstrationen und Versammlungen am Wochenende (13.03. 2020), haufenweise Holocaustrelativierungen und antisemitische Ãußerungen hören und auf Transparenten lesen.

Ein extrem abscheuliche Form des holocaustrelatvierenden Antisemitismus konnte vor dem Justizpalast beobachtet werden (s. angehängten Screenshot). RIAS Bayern schreibt dazu auf Facebook:

„Auf einer Kundgebung vor dem Münchner Justizpalast wurde ein Teilnehmer gesichtet, dessen äussere Erscheinung an einen stereotyp dargestellten Juden in KZ-Häftlingskleidung erinnerte. Der Mann trug ein Sträflingskostüm, das man im Karnevalsbedarf kaufen kann und eine übergroße Nase in Form einer Maske. Ein weiterer Teilnehmer zeigte ein Transparent mit der Aufschrift „ESM ist Ausverkauf Deutschlands an private Banken und die Hochfinanz“. Quelle

Trotz dieser offensichtlichen und öffentlichen Abscheulichkeit, fühlte sich anscheinend niemand von der Exekutive vor Ort bemüßigt, dies umgehend zu unterbinden. 

Es ist schon schlimm genug, dass in Bayern, speziell München, offenbar nichts mehr gegen die Menschen unternommen wird, die sich einen Ungeimpft-Stern anpappen. Dass die Polizei vor Ort aber nichts gegen Menschen unternimmt, die in „Verkleidungen“ herumrennen, die direkt den Phantasien des „Stürmers“ entsprungen sind, ist durch nichts zu entschuldigen. Bei den Quer“denker“-Demonstrationen spielte Antisemitismus von Anfang an eine Rolle. Eben weil sich dort nicht hauptsächlich  Bürger gesammelt haben, „deren Sorgen und Nöte man ernst nehmen muss“, sondern weil diese Bewegung von Anfang an von Verschwörungsideologen geprägt wurde. Der Antisemitismus bei Quer“denken“ trat immer offener zutage und aus er Türkei hetzt ein Attila Hildmann. Leugnet offen den Holocaust und nutzt 1:1 NS-Jargon. Er spricht vom Weltjudentum, nennt „den Juden“ einen Parasiten usw. Der/die Verkleidete vor dem Justizpalast ist auch ein direktes Ergebnis dieser Hetze. Der Hetze eines Mannes, der eigentlich schon in Haft sitzen würde, wenn es ihm nicht gelungen wäre, einem Haftbefehl zuvorzukommen, von dem er „sonderbarerweise“ vor der Vollstreckung erfahren hat. Da frage ich mich schon, was in diesem Land falsch läuft, wenn es um einen entschlossenen Kampf gegen Antisemitismus geht. 

Herr Dr. Spaenle, Ihnen möchte ich an dieser Stelle ausdrücklich keine Schuld an dem, was sich da in München zugetragen hat, geben. Doch Sie haben die Möglichkeit und in meinen Augen auch die Pflicht, noch einmal auf die Exekutive, die auf solchen Veranstaltungen zugegen ist, einzuwirken und die Damen und Herren der Polizei zu sensibilisieren, wenn diese es schon von allein nicht schaffen (wollen). 

Nach meiner Interpretation von „Gegen jeden Antisemitismus“, einem Satz, den nach Halle die Herren Steinmeier und Maas vollmundig versprochen haben, ist hier im Nachhinein aufzuklären, wer unter diesem Kostüm steckte und welche Polizeibeamte dies durchgehen ließen. Gegen den Träger/der Trägerin dieses Kostüms ist ein Bußgeld zu verhängen und  gegen die nicht handelnden Beamten sollten disziplinarische Maßnahmen folgen. Schließlich gibt es hier seitens der Stadt München klare Vorgaben. Diese wurden von der Exekutive nicht konsequent durchgesetzt. Weder eine „unübersichtliche Lage“, noch irgendwelche angeblichen „Deeskalationsstrategien“ dürfen hier als Ausrede herhalten. 

Der Antisemitismus auf den Veranstaltungen der Quer“denker“ oder anderer Verschwörungsideologen nimmt immer weiter zu, man formuliert seinen Judenhass zunehmend direkter und Journalisten die darüber berichten, werden beleidigt oder direkt körperlich angegriffen. 

Worauf soll das irgendwann, wahrscheinlich schon sehr bald, hinauslaufen? 

Will die Exekutive die Menschen von RIAS oder JFDA (Jüdisches Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus), die ebenfalls von diesen „Demonstrationen“ berichten, „zu ihrem eigenen Schutz“ wegschicken, die Täter jedoch ungeschoren davonkommen und  weiter ihre antisemitischen (Hetz)Reden schwingen lassen? 

Es ist schon schwer zu ertragen, dass die Exekutive davon überfordert ist, die Auflagen (Maske und Abstand) durchzusetzen, sich nach den Veranstaltungen potentielle Virenschleudern über das ganze (Bundes)Land verteilen und so mit dazu beitragen, dass wir alle noch lange etwas von SARS-CoV haben werden. Wie viele Menschen deswegen noch sterben oder ein Leben lang unter den Nachwirkungen zu leiden haben werden. 

Da darf es nicht sein, dass Antisemitismus immer mehr in die Mitte der Gesellschaft getragen und Juden immer offener, unverhohlener und direkt beschimpft  und beleidigt werden oder Ziel körperlicher  Angriffe sind. 

SARS-CoV werden wir irgendwann im Griff haben, da vertraue ich tatsächlich in die Forschung und Wissenschaft und wenn es mit den Impfungen irgendwann vorangehet, auch wieder in unser Gesundheitsministerium. 

Das Virus Antisemitismus allerdings, wird nie verschwinden und daher ist es umso wichtiger, es schon früh und deutlich zurückzudrängen, zu bekämpfen. Das beginnt u.a. damit, dass man das Tragen von gelben Ungeimpft-Sternen auf Demonstrationen verbietet und dieses Verbot von der Exekutive  direkt und konsequent umgesetzt wird. Noch wichtiger ist dieses entschlossene Vorgehen, wenn Antisemiten in Verkleidungen auftauchen, die direkt aus dem „Stürmer“ stammen könnten. 

Wenn Polizeibeamte hier ihren Aufgaben nicht nachkommen und solche primitiven Antisemiten nicht umgehend aus dem Verkehr ziehen, muss das auch für die Damen und Herren der Exekutive scharfe Konsequenzen haben. Schließlich sind sie damit betraut die Auflagen und Recht und Gesetz umzusetzen. Das jedoch scheint im Falle von München und bei vielen, vielen weiteren Quer“denker“-Veranstaltungen lediglich graue Theorie zu sein. 

Mit freundlichen Grüßen

Metaminimum

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Querfront marschiert in Dresden

Die verbotene Demonstration der Querfront in Dresden an diesem Wochenende ist, wie zu erwarten, eskaliert. Die Demonstrierenden haben von der Exekutive zunächst einmal praktisch freies Geleit bekommen. Irgendwann bekam die Polizei dann auch mal mit, was da – wieder einmal – für ein gewaltbereiter Mob aufmarschiert ist. Doch selbst eine durchbrochene Polizeikette und Angriffe auf Beamte, bewegte die Polizisten nicht dazu entschlossen durchzugreifen.
Hier wiederholen sich die Bilder, die wir vor einer Woche in Wien sehen konnten. Ein Teil der Beamten schlichtweg nicht Willens ihre Arbeit zu machen und ein anderer Teil hoffnungslos überfordert.

Ein Teil dieser Mischung aus Antisemiten, Rassisten und weiteren Demokratiefeinden zog in Richtung des Impfzentrums in Dresden, so dass die Poizei reagierte und Wasserwerfer dorthin beorderte. Auf beinahe der ganzen Welt wird geimpft, aber hier in Deutschland muss ein Impfzentrum vor einem Mob, bestehend aus demokratiefeindlicher Cerebralphimosen geschützt werden. Das ist der verkommene Haufen, der sich empört aufplusterte, als der Fahrer eines Rettungswagens die Querdenker als Spinner bezeichnete. Spinner ist ein viel zu verharmlosender Begriff, für dieses Gehopse.

Der übliche Antisemitismus und Holocaustverharmlosung durften selbstverständlich nicht fehlen. Und dennoch dürfen wir uns am Montag aus dem Mund irgendeines Politikers anhören, dass man die Sorgen und Nöte dieser Menschen ernst nehmen müsse.

Nein, nein, nein – eine wehrhafte Demokratie muss diesen Haufen lediglich in so weit ernstnehmen, als dass sie ihn von der Straße spült und pfeffert.
Mit solchen Leuten gibt es keinen Dialog, da es keine Gesprächsgrundlage gibt.

Nicht heute, nicht morgen – niemals.

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Der Punkt auf dem I

Lustlos, unmotiviert, unwillig, sind die Adjektive, die mir einfallen, wenn ich an die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Berlin gegen Attila Hildmann denke. Damit habe ich die ganze Sache noch sehr euphemistisch umschrieben.

In diesem Text geht es also um Klaus-Peter Hildmann, seine Radikalisierung das, was man in Deutschland scheinbar und Ermittlungen gegen strafrechtlich relevanten Antisemitismus versteht. Ich werde die antisemitischen Tiraden Hildmanns in diesem Beitrag weder zitieren, noch auf seinen Telegram-Account oder andere Social Media-Plattformen auf denen er präsent ist, verlinken.

Hildmann hetzt nun schon seit gut einem Jahr auf Telegram. Zunächst gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung, doch recht schnell „schlichen“ sich antisemitische Untertöne in seine Reden auf den Kundgebungen in Berlin und Postings auf Telegram. Große Überraschung? Nein, denn 95%+ der gängigen Verschwörungsideologien enden automatisch im Antisemitismus.

So gab es auch bald die ersten Strafanzeigen gegen den veganen Kochbuch-Autor. „Der Staatsschutz sei seit Anfang Mai 2020 dran“, so hieß es im April/Mai letzten Jahres. Dies wohl nur auf massiven Druck aus der Öffentlichkeit. Nur, weil Antifaschisten seine Tiraden wieder und wieder bei der Polizei anzeigten oder die Staatsanwaltschaft direkt informierten.

Geschehen ist seitdem wenig. Gut, die Staatsanwaltschaft Cottbus erklärte sich irgendwann dazu bereit, die Aktenbände mit den gesammelten Anzeigen doch mal durchzusehen, ob denn was dran sei, an den Vorwürfen. Doch große Einsatzbereitschaft zeigte man dort wohl nicht unbedingt, woraufhin sich die Staatsanwaltschaft Berlin der Sache annahm. Doch wiederum nur, so jedenfalls mein Eindruck, weil Bürger dieses Landes nicht lockerließen, immer wieder Videos, Beiträge auf Telegram, Instagram und Twitter meldeten und Strafanzeige erstatteten.

Wieder verstrich Zeit, ohne dass etwas geschah. Zumindest offiziell hörte man lange Zeit nichts, bis im November Hildmamns Haus in Wandlitz von der Polizei durchsucht wurde. Doch nicht etwa, um Beweismittel sicherzustellen, sondern zur „Gefahrenabwehr“, wie es damals hieß. „Hui“, entfährt es einem da „jetzt haben die Behörden es einem antisemitischen Hetzer aber so richtig gezeigt. Das wird ihn schwer beeindrucken und sobald wird er wohl nicht mehr…“

Anschließend brauchte es noch einmal eine Zeit, bis es soweit war, dass man, die zur Gefahrenabwehr sichergestellten Speichermedien, Handys, Laptops, USB-Sticks etc. tatsächlich auf strafrechtlich relevante Inhalte untersuchen und auswerten wollte.

Wozu jedoch sollte so etwas geschehen, wenn Hildmann seinen Hass beinahe 24/7 auf Telegram und Co. in den Äther kübelt? Was hofft man noch auf den Speichermedien zu finden und vor allen Dingen wann?

Eine Frage, auf die man bei den Behörden nicht so recht antworten konnte, als Journalisten nachfragten.

Überhaupt gaben sich die Ermittler recht schmallippig, als Hildmann auf einmal nicht mehr aufzufinden war. Seit Anfang Februar haben die Behörden ihn aus den Augen verloren. Zwar hetzte der munter weiter via Telegram, nur die, die dafür zuständig sind, dass die in unserer Verfassung aufgeführten Artikel eingehalten werden und deren Pflicht es ist, bei Verstößen tätig zu werden, können keine Angaben darüber machen, warum das Zielobjekt einfach so verschwinden konnte. Dabei müsste man es dort am Besten wissen, denn Hildmann konnte u.a. nur deswegen untertauchen, weil er vorab davon erfuhr, dass ein Haftbefehl droht. Dementsprechend schmallippig gab man sich bei der Staatsanwaltschaft Berlin dann auch, als nachgefragt wurde, wo der Mann denn hin ist und wie es geschehen konnte, dass Hildmann einfach so entfleucht.

Das sind übrigens Dinge, die ich ebenfalls gerne wissen würde. Wer ist dafür verantwortlich? Wo ist die Lücke? Wer hat diese Information zum Autor veganer Kochbücher durchgestochen? Wird ermittelt wer das war und gibt es die entsprechenden Konsequenzen oder hofft man inständig, dass die Öffentlichkeit da nicht weiter nachhakt?

Dass Hildmann sich in der Türkei aufhält war zunächst ungewiss, obwohl im Netz ein Selfie auftauchte, dass ihn vor den Felsengräbern bei Kayaköy zeigt. Ob dies der Faktenlage entspricht, war längere Zeit fraglich. Schließlich sorgte er selbst dafür, dass man sich fragte, wo er denn nun ist. Hildmann machte sich einen Spaß daraus, sein Antlitz aus besagtem Selfie vor andere Hintergründe zu montieren. Mal war es die Chinesische Mauer, mal das Bill and Melinda Gates-Center in den USA.

Seit Donnerstag letzter Woche, ließ Hildmann alle Hüllen fallen. Er verzichtete komplett auf die Verwendung von Synoymen a la „Zionisten“ oder „Sie wollen euch“ u.ä., sondern verwendete direkt das Wort Juden und zwar 1:1 im Duktus von Hitler, Goebbels, Streicher usw. Das war und ist der Nationalsozialismus nackt. Dazu kam direkte Holocaustleugnung. Etwas, was er zuvor ebenfalls allerhöchstens im Subtext hin und wieder andeutete. Eindeutig strafrechtlich relevant. Nicht „nur“ einmal, sondern durchgehend. Es wurde zum Leitthema des gesamten verlängerten Wochenendes. Von Donnerstag bis Sonntag, beinahe 24/7.

Erst letzten Samstag gelang es endlich seinen Aufenthaltsort zu ermitteln. Doch dies ging keineswegs von den Strafverfolgungsbehörden aus, sondern von den eifrigen Leuten bei Anonymous, die Hildmanns Narzissmus ausnutzten und ihm eine Nachricht auf einen alten Telegram-Acount schickten. In dieser Message hieß es „Die Staatsanwaltschaft hat wohl ’ne Pressemitteilung veröffentlicht bzgl deiner „Ausreise““ Selbstverliebt wie Klaus-Peter Hildmann nun einmal ist, klickte er auf einen Link, den selbst Zehnjährige mit ein wenig Surferfahrung nicht anklicken würden. Bam <ping> und der Aufenthaltsort war ermittelt. Izmir, bzw. im Großraum dieser Stadt.

Gestern Abendwandte sich Hildmann per Video an seiner Follower und gab offen zu, dass er in Izmir sei. Er versprach allen zu zeigen, wie unbeschwert er dort lebe, dass die Cafes etc geöffnet seien und er dies morgen (also heute), zeigen wolle. Zuvor, gegen halb eins, wandte er sich auf Twitter an die Polizei und die Generalstaatsanwaltschaft.

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Hildmann scheint sich dort ziemlich sicher zu fühlen. Entweder er hat nun völlig den Verstand verloren und lässt daher jegliche Vorsicht fahren oder er weiß nun genau, dass ihm dort keinerlei Gefahr droht, weil er nicht ausgeliefert wird.

Fraglich ist in diesem Zusammenhang auch, ob man seitens der deutschen Behörden überhaupt in der Türkei angefragt und um Amtshilfe gebeten hat.

Das Bittere: ich kann seine Häme sogar nachvollziehen. Wenn ich eine feste Ideologie hätte und diese – gepaart mit meiner Agenda – knallhart durchziehen würde, ganz egal, ob meine Aussagen gegen die bestehenden Gesetze des Landes verstoßen dessen Staatsbürgerschaft ich besitze, die Behörden derart schlunzig-langsam arbeiten und ich sogar noch Tipps über den Ermittlungsstand aus diesen Reihen bekomme, dann würde ich auch allen lachend den Mittelfinger zeigen. Warum auch nicht? Ich bin weg, es wird sich offiziell nicht großartig bemüht mich festzunehmen und sich über Exekutive und Jidkative lustig zu machen, ist so nicht strafrechtlich relevant, bzw. ist im Vergleich zu dem, was mir theoretisch droht, sowieso zu vernachlässigen.

Es ist fraglich, ob man Hildmann in absehbarer Zeit vor einem deutschen Gericht sehen wird. In der Zwischenzeit wird er unverdrossen weiter machen. Seine Hetze gegen Juden kommt nun direkt und ungeschminkt in der Sprache des Dritten Reichs. Er wird es weiter schaffen die Menschen aufzuhetzen und den Antisemitismus in diesem Land ebenso weiter wachsen zu lassen, wie die Zahl seiner Follower.

Gewiss folgen ihm die Wenigsten aus Überzeugung. Ein großer Teil sucht hier eine wohl eher fragwürdige Form der Unterhaltung, während andere ihn abonniert haben, um seine strafrechtlich relevanten Beiträge anzuzeigen. Ein anderer Teil ist zwar antisemitisch und rassistisch eingestellt, aber weiß, dass er im Grunde ein Windbeutel ist, der in einem bewaffneten Kampf blitzschnell am Boden wäre, falls er sich nicht zuvor bereits ohnehin in seine einzige, modisch fragwürdige, Hose gemacht hätte. Ein kleiner Teil allerdings, ist von dem was er da von sich gibt überzeugt und hängt an seinen Lippen. Ganz egal, wie leicht sein Mist zu widerlegen ist und, dass es in der Regel bereits an Eckdaten hapert, die er als „Kenner der Geschichte“ so raushaut.

Von diesem kleinen Teil muss sich nur ein Einziger sagen, dass es nun genug ist und er etwas „unternehmen“ müsse. Das muss gar nicht die Dimensionen des Halle-Terrorismus gegen Juden annehmen. Es ist schon zu viel, dass seine Hetze weitergetragen wird, dass Juden in Deutschland auf der Straße verbal und körperlich attackiert werden, dass Juden in Deutschland noch verstärkter in Angst leben müssen.

Doch wenn dies passiert, dann stehen die entsprechenden Politiker wieder da und salbadern etwas von „Unfassbarkeit“ in die Mikrofone. Dann werden sich wieder flugs Kippot aufgesetzt, um Solidarität zu demonstrieren. Man bildet Lichterketten, fasst sich an den Händchen und singt vielleicht sogar ein flottes, mutmachendes Liedchen. Bei den unvermeidlichen Reden der Schirmherrchen und Politiker wid betont, dass man jetzt aber endlich ernst nehme, das mit der Gefahr des Antisemitismus in Deutschland. Doch mehr wird nicht geschehen. Bis wieder Juden auf der Straße angegriffen und die Sprechblasen erneut gefüllt werden.

Das, was bei den Ermittlungen gegen Hildmann und antisemitischer Hetze bisher herausgekommen ist, ist mit Totalversagen des Staates und seiner Behörden, noch sehr wohlwollend und nachsichtig formuliert.

„Kampf gegen jeden Antisemitismus“, das haben Steinmeier und Maas nach Halle, nach Hamburg und anderen Angriffen auf Juden in diesem Land versprochen. Passiert ist seitdem nichts. Gerade in der Causa Hildmamnn und dem Antisemitismus, der fester Bestandteil jeder Quer“denker“-Demo ist, hätte hier etwas geschehen müssen. Ermittlungen lassen sich beschleunigen, Gerichtsverhandlungen so eher beginnen. Doch geschehen ist in dieser Hinsicht nichts entscheidendes.

Dieses Versprechen war in Deutschland immer schon exakt genau soviel wert, wie der Punkt auf dem I, in dem Wort Scheiße.

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Der Berliner Innensenat hat versagt

In Berlin wurde demonstriert, versucht das Reichstagsgebäude zu „stürmen“ und noch am Abend gibt sich Politik eilfertig überrascht, dass dort tatsächlich auch gewaltbereite Querfrontler marschierten.

Wer hätte das nur ahnen können?

Es ist schließlich nicht so, dass sich bereits bei den ersten „Mahnwachen für den Frieden“ recht schnell herauskristallisiert hat, aus welchen Gruppen diese neue Querfront besteht. Das war im Jahr 2014!

Seitdem hat die Politik sechs Jahre lang die Zeit und die Pflicht gehabt, etwas zu unternehmen, um auf dem Laufenden zu bleiben und Konzepte zu entwickeln.

Das ist jedoch, in weiten Teilen, nicht geschehen. Ansonsten wäre so etwas wie gestern nicht passiert. 

Doch womit haben wir es hier zu tun?

Ich meine damit nicht die Querfront, bestehend aus Nazis, Reichbürgern, Esohippies, verschwörungsideologischen Linken und weiteren Antisemiten, sondern die Politik.

War das in den letzten Jahren und Wochen Naivität, Desinteresse oder mangelnde Kompetenz? 

Diese Idee den Reichstag zu stürmen ist nicht neu, sondern ebenfalls mindestens sechs Jahre alt. Das Vorhaben wurde bereits damals, nicht in irgendwelchen geheimen Gruppen, in diesem ominösen Darknet entwickelt, sondern offen in diversen Foren und Gruppen auf diversen Socialmedia-Plattformen direkt formuliert. Es ist die Pflicht von eines starken wehrhaften demokratischen Staates und den zuständigen Behörden, so etwas 24 Stunden am Tag und das gesamte Jahr im Blick zu haben.

Ebenso muss der Innensenat es im Blick haben, dass sich bereits im Vorfeld allerlei reichsbürgerideologische Vertreter dazu verabredet haben, zu den Botschaften zu ziehen. Die einzige Antwort darauf waren ein paar jämmerliche hüfthohe Sperrgitter, die man vor den Zugängen aufstellte. Das hat jedoch etwa 300 Reichsbürger nicht davon abgehalten vor die Botschaften zu ziehen, Fahnen zu schwenken, die teilweise noch in krakeliger Kleinkinderschrift mit kruden Forderungen beschmiert wurden, und skandierend einen Friedensvertrag zu fordern.  Ich weiß auch um den Antisemitismus der Reichsbürger und deren Holocaustrelativerung- bzw leugnug. 

Denke ich an Friedensvertrag, dann kommt mir inzwischen zuerst das Wort Reichsbürger in den Sinn und wenn ich daran denke, dann weiß ich seit Jahren um deren Gewaltpotential, das einige auch tatsächlich einzusetzen bereit sind, wie man bspw. anhand der Fälle Wolfgang P. und Adrian U. feststellen konnte. Und schon bei diesen beiden Reichsbürgern war schon lange bekannt, wie gewaltaffin diese Szene ist. Schon als Christoph K. , der Polizei und anderen Sicherheitsbehörden seit Jahren bekannt ist, im Jahr 2011 einen Jobcenter in Berlin mit einer Axt betrat und Mobiliar und Computer zertrümmerte sowie Mitarbeiter bedrohte, wurde der Öffentlichkeit bekannt, welch hohes Aggressionspotential Reichsbürger etc. mitbringen. Dieser Vorfall ist nun gut neun Jahre her, doch es hat dann noch bis 2016 und Adrian U. gebraucht, bis die Behörden offiziell so langsam auf diese Gefahr aufmerksam wurden. Doch auch danach hat sich, bis auf ein-zwei Razzien im Reichsbürgermilieu, nicht gerade viel getan. Behörden und Politik haben mehr oder weniger tatenlos zugeschaut.

Die demokratiefeindliche Haltung der Querfront ist nicht erst seit Hanau etc. bekannt. Zumindest nicht, wenn man seinen Job gemacht hat. Daher ist es schwer nachvollziehbar, wenn ein Herr Steinmeier usw. jetzt ihre Fassungslosigkeit, Bestürzung etc. in den. Äther stammeln. 

Dennoch lag in den Bildern von der amerikanischen und russischen Botschaft gestern etwas beinahe tragisch-komisches.

Da wankte vor den Gebäuden eine Mischung aus lappenschwenkenden Reichswichteln, Nazideppen, ungewaschenen Esohippies und weiteren kruden Gestalten auf und ab, fordert krakeelend und zombiegleich blökend „Friedensvertrag, Friedensvertrag, Friedensvertrag“ und dann kommt nicht einmal der gelangweilte Wochenendpförtner vor die Tür um zu schauen, welcher verhaltensauffälligen Heiopeis diesen ebenso infernalischen, wie infantilen Radau veranstalten. 

Dem Ganzen wohnt eben auch etwas Tragisch-Komisches inne. 

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