Bitte auf keinen Fall öffentlich weitersagen

Die antisemitischen Wissenschaftsleugner der demokratiefeindlichen Partei „Die Basis“, laden zur großen Festivität in Teltow, Brandenburg. Vom 24.06. bis zum 26.06. geht es rund und um alles, was sich an Wissenschaftsfeindlichkeit, Antidemokratie und Alugehute aufbieten lässt. Näheres siehe hier:

Die Namen, Adressen und Telefonnummern der Unterkünfte, habe ich mit Absicht ausgegraut, da ich denen keinen Shitsorm zumuten möchte. Unter Umständen weiß man dort nicht einmal, was für Geflegel dort aufschlägt und zu welchem Anlass dies geschieht.

Da das übliche, unvermeidliche Rudelsingen und Gruppentanz droht, sollte unbedingt an Ohrstöpsel und Sonnenbrille (Modell Zaphod Beeblebrox), gedacht werden.

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LG Bremen: homophobe Hetze im Namen der Religion geht o.k.

Der evangelikale Pastor Olaf Latzel, bezeichnete LGBTIQ*, als gefährlich, degeneriert und satanisch. Für diese Äusserungen, verurteilte ihn das Amtsgericht Bremen ihn im November 2020 zu drei Monaten Freiheitsstrafe, die zu 90 TS a 90 Euro umgewandelt wurden.

Er legte daraufhin Berufung ein. Das Landgericht Bremen gab ihm heute die Bestätigung, dass er nicht unrecht gehandelt habe, da seine Worte Lebenskonzepten und nicht explizit einem oder mehreren Menschen galten.

Na, dann. Ich bin bisher immer davon ausgegangen, dass wir in einem säkularen Staat leben. Dem ist offenbar nicht ganz so. Das löst bei mir Unwohlsein aus, denn die Lebenskonzepte der evangelikalen Tempelnazi-Bewegung, der Herr Latzel zweifelsohne angehört, sind durch und durch lebens- und menschenfeindlich.

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Ein anderer offener Brief an Olaf Scholz

Bei den Ruhrbaronen und auf anderen Plattformen, findet sich ein “offener Brief“ zur Forderung von Waffenlieferungen an die Ukraine, verknüpft mit einer Petition, die von allen unterzeichnet werden kann.

Viele Menschen dürften seit Wochen auf diesen offenen Brief gewartet haben: Endlich haben sich bekannte Journalisten, Wissenschaftler und Künstler zusammengetan, um für eine Unterstützung der Ukraine zu werben. Unter anderem Herta MüllerMarko MartinMarieluise BeckDeniz Yücel,  Hedwig Richter und Armin Nassehi fordern Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) auf, die Ukraine auch mit militärischen Mitteln zu unterstützen

Weiterlesen auf Ruhrbarone

Direkt zur Petition

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Feierei

Heute ist NPRD (National Prime Rip Day) und ich möchte, dass das gefeiert wird. 
Bitte leise, weil dummerweise gleichzeitig Tag gegen Lärm ist. 
Ihr könnt jedoch schreibend festivieren, auf Bütten, da zufälligerweise heute ebenfalls der internationale Schreibwarentag begangen wird. Morsen geht auch, weil… 

Vergesst es einfach, heute ist Tag der Hochrippe. De Koning begeht ihn bei einer Tüte Gummibärchen. Die Verpackung wurde entworfen von Tyler Brûlé, von dem man noch nicht einmal weiß, an welchem Tag er geboren wurde. Daher sind seine Entwürfe auch so zeitlos.

©Bjorn Bakstad, Adobe Stock
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Aktion Kreative Unterstützung für die Ukraine

Kreative Unterstützung für die Ukraine.

Etwa 40 Photographen, Photoshop- und Bildbearbeitungsnerds haben sich zusammengeschlossen und bieten ein „Kreativ-Bundle“ bestehend aus Tutorials für verschiedene Arten der Fotografie, Bildbearbeitung, Composings und Retusche, Stockpics etc. an.

Selbstverständlich nicht kostenlos. Gegen Spenden, die sich zwischen 50 und 150 Euro bewegen. Egal wie hoch der Betrag in diesem Rahmen ist, man hat Zugriff auf alle Kurse, Tutorials etc.

Hier ein kurzes Video des von mir ausserordentlich Rick Maschke zur Erklärung:

Zur Website: https://www.matthiasbutz.eu/ukraine

#kreativfuerukraine

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„Demonstranten“ stürmen Psychiatriegelände

Auf der heutigen Demonstration in Leipzig, stürmten die Spaziergangster um die rechtsradikalen Freie Sachsen und andere Antisemiten, heute das Gelände der Uniklinik, genauer das Areal der psychiatrischen Klinik.

Die anwesende Polizei wirkt hier (wieder einmal) vollkommen überfordert. Vielleicht ist es vielen Beamten im Einsatz auch einfach nur egal oder man hat gar Sympathie mit diesem antidemokratischen Pack und denen, die keine Probleme damit haben, gemeinsam mit Nazis und Terroristen auf die Straße zu gehen.

Was zum Heck, läuft bei diesen Gestalten falsch? Wie kommt man auf die hirnverbrannte Idee, blökend und plärrend ein Gelände zu stürmen, wo sich Menschen aufhalten, die teilweise sowieso schon mit Phobien zu kämpfen haben oder anderweitig psychische Probleme haben?

Es genügt offenbar nicht mehr, dass man die eigenen Kinder mit auf diese „Spaziergänge“ schleift, um sie in erster Reihe vor Polizei und Wasserwerfer zu positionieren oder mit Kind auf dem Arm Polizeiketten durchbricht, um billig Bilder erzeugen zu können, jetzt nimmt man in Kauf, dass andere „Schwache“ der Gesellschaft verängstigt werden.

Mit dabei waren u.a. Versammlungsleiter Reinhard Rade (Legida) und Steffen Thiel (NPD Sachsen-Anhalt)

Seitens der Politik wird natürlich auch nichts geschehen, ausser das übliche Absondern der üblichen Sprechblasen. Gewiss, man wird diese Aktion scharf verurteilen, aber das war es dann auch schon. Hohle Phrasen, leere Worte, aus den bekannten und weniger bekannten Mündern, werden phraselnd in die bereitstehenden Mikrophone salbadert und dann überlässt man die Sache wieder sich selbst. Wohlwissend, dass die Personenfeststellungen und ein paar Strafanzeigen, den Spaziergangstern hinterrücks vorbeigehen.

Auf die Idee zu kommen, dass man diese Veranstaltungen einfach verbietet und dann, für den Fall der Fälle, einfach ein paar Wasserwerfer dorthin stellt, die auch über die Regelung seichter Brausestrahl funktionieren, mag man evtl. gekommen sein, aber ob die Exekutive dass dann auch durchzieht, steht nicht nur auf einem anderen Blatt, sondern ist in einem ganz anderen Buch, das in einer Bibliothek irgendwo in der Pampa zu finden ist. Zudem ist natürlich nicht gesagt, dass die Spaziergangster nicht wieder den eigenen Nachwuchs mitschlören, um sie feige und anstandslos in der ersten Reihe zu parken. Doch andere Mensche, Kinder, psychisch Kranke und Freiheit, das alles ist den Quer“denkern“ schon lange egal.

Quer“denken“ ist Terrorismus! Und wie Terroristen, sollte man diese Menschen auch behandeln.

Edit: dies hat nichts mit der gestrigen Sache zu tun, sondern moit dem kaltblütigen Mord an zwei Polizeibeamten heute früh. Hier zeigt, wie in Quer“denker“-Kreisen gedacht wird.

Ein weiteres Beispiel der geistigen Ergüsse der Licht und Liebe-Terroristen zeigt die menschenverachtende Ideologie, die selbstverständlich auch tiefsten Sexismus beinhaltet. Frauen als Gebärmaschinen, deren einzige Aufgabe es ist, Nachwuchs in die Welt zu setzen. Ich habe zwar keine Ahnung davon, was bei diesem Spezialisten wann schiefgelaufen ist, aber hoffentlich bleibt die Frauenwelt von solchen Prachtexemplaren verschont.

Ich hasse diese Menschen nicht, aber ich fühle schon seit einiger Zeit unbändige Wut, weil genau diese Klientel eine gute Portion Anteil am Infektionsgeschehen hat. Und nun, da die bisherigen Maßnahmen Stück für Stück zurückgefahren werden, wird auch deutlich, dass es dem übrig gebliebenen Kern gar nicht um Impfpflicht und Corona geht, so einigen davon nie ging.

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Schachnovelle

Am Samstag die erneute Verfilmung von Schachnovelle (Vorsicht, Spoiler), im Kino gesehen. Es ist lange her, dass ich das Buch gelesen habe, bestimmt 30 Jahre. Ich halte Verfilmungen von Bücher grundsätzlich für schwierig, ganz besonders von solchen die man – ob berechtigt oder unberechtigt – zur Belletristik zählt.

Nun also Schachnovelle. Im Gegensatz zum Buch, das auf dem Schiff beginnt und sich mit als ersten Punkt, der Beschreibung des Schachweltmeisters widmet, beginnt der Film in der ersten Szene direkt mit Dr. B, Doktor Joseph Bartok, der versucht auf ein Schiff zu gelangen und dabei mehrere Kontrollposten passieren muss. Doch damit und einem Bild aus dem Film, soll es genug sein mit der Spoilerei auf das Wesentliche des Films.

Oliver Masucci als Dr. B. in „Schachnovelle“, 2021. Bild: Studiocanal GmbH/Julia Terjung

Kommen wir jedoch zu einigen Elementen, die mich massiv stören. Eine Szene spielt im Wiener Opernhaus, auf einem Festball. Natürlich wird getanzt und – das ist für mich das Ärgernis – fällt dem Regisseur nichts anderes ein, DEN Walzer von Strauss erklingen zu lassen. Diese Melodie erkennt wohl jeder und ist bestimmt das Erste, was man assoziiert, wenn jemand das Stichwort „Walzer“ nennt. Gegen dieses Stück ist gewiss nichts einzuwenden. Dagegen, dass man es klischeemäßig in fast jede Filmszene, die in irgendwelchen Ballsälen, ganz besonders jedoch in den vom Opernhaus einbaut, schon. Sorry, aber das hat mich gestört. Gänzlich unkreativ. Dabei gibt es eine ganze Reihe an Walzern, deren Melodie ebenso bekannt, aber nicht ganz so abgenudelt sein dürften.

In einer anderen Szene, werden im Hotel Metropol Bücher sortiert. Die, die das Hotel behalten darf und solche, die in den „Brennkorb“ kommen. Das mag gut gemeint gewesen sein, um noch einmal an die Bücherverbrennungen vom 10.05.1933 zu erinnern, nur war das eben knappe fünf Jahre zuvor. Klingt kleinlich, aber der Film hatte mehrere solcher Elemente, die das Ganze zusammengenommen, an so einigen Stellen, als bemüht erscheinen lassen.

Trotz dieser – in meinen Augen – Schwächen, ist es ein großartiger Film geworden. 112 Minuten ein Oliver Masucci, der mich durch seine bloße Präsenz erschlagen hat. Wer sich diesen Film noch anschauen möchte, vielleicht mal darauf achten, wie lange es dauert, bis er in dem Film seinen ersten längeren, vollständigen Satz spricht und was in der Zeit davor an Mimik und Gestik bei ihm passiert. Die anderen Schauspieler, u.a. Birgit Minichmayer und Albrecht Schuch, verschwinden fast hinter dem, was Oliver Masucci da macht. Das bedeutet übrigens keinesfalls, dass sie schlecht spielen. Es tut der Verfilmung gut, dass man bei den wichtigen Rollen auf Schauspieler zurückgegriffen hat, die eben nicht nur Film, sondern auch Theater spielen und bei den drei hier genannten, hat man bei (ehemaligen) Ensemblemitgliedern des Wiener Burgtheaters garantiert nicht daneben gegriffen. Die Kamera, die oftmals verwinkelt oder schräg gestellt filmt, schafft zusätzlich eine klaustrophobisch bis manische Atmosphäre. Mir haben diese 112 Minuten, trotz der o.g. Schwächen, zu schaffen gemacht. Und das ist, was guter Film machen soll, den Zuschauer nah miterleben lassen.

Ich schaue mir Filme eigentlich selten kurz hintereinander noch einmal an. Hier wird das jedoch der Fall sein. Man kann ihn auch zuhause schauen, klar, auf einem großen Flatscreen. Doch seine volle Gewalt entfaltet er definitiv nur auf der Leinwand und – ich wiederhole mich – Oliver Masucci trägt das ganze Dinge die gesamte Länge des Films allein.

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Liebe, Licht und Lynchjustiz

Der kaltblütige Mord an einem jungen Kassierer, in einer Tankstelle in Idar-Oberstein, den ich als Terrorismus bezeichne, ist nun etwa vier Wochen alt. Quer“denker“ und Umfeld, haben diese Hinrichtung, wenn nicht bejubelt, dann in weiten Teilen doch relativiert und – wie es in diesen Kreisen nicht unüblich ist, schäbigste Tätert-Opfer-Umkehr betrieben.

Am Anfang dieses Monats, meinte dann Die Basis Heidelberg, diesen Tweet raushauen zu müssen.

Der Screenshot eines Tweets von „Die Basis, Heidelberg“. Das Original ist nicht mehr zu auffindbar, wie der gesamte Account gelöscht oder gesperrt zu sein scheint. Das ändert jedoch nicht das Geringste an der antidemokratischen Einstellung dieser Partei.

Edit, ebenfalls von Die Basis Heidelberg. :

Ein weiterer Nachweis, dass man bei Die Basis Heildelberg große Probleme mit Grundprinzipien der Demokratie hat.

Genau diese Ideologie, teilt sich die Partei mit der AfD, es wird nicht mehr über eine Sache an sich diskutiert und gestritten, sondern man sieht den politischen Gegner als Feind und überträgt dies auch auf einzelne Individuen. Ein weiteres Mal hat Die Basis damit bewiesen, dass sie sich weit ausserhalb des demokratischen Spektrums bewegt.

Beim obigen Tweet kann man sich jetzt entscheiden, weiß man nicht, was Forensik bedeutet oder weiß man es nur zu genau und versucht – mehr oder weniger unglücklich – eine allzu genaue Formulierung zu verschleiern?

Aufarbeitung besteht bei diesen Experten vermutlich darin, nicht „nur“ Exempel zu statuieren, sondern alle Gegner kurzerhand zu exekutieren oder in Arbeitslager zu verfrachten.

Diese Radikalität wird auch nicht mehr verschwinden. Selbst jetzt nicht, wo die Corona-Maßnahmen nach und nach zurückgefahren oder sogar – unvernünftigerweise – ganz aufgehoben werden.

Die Basis steht für Antidemokratie, Antisemitismus und Terrorismus!

Ich brauche dringend Ablenkung durch gute Musik, sonst platze ich noch.

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Kontraproduktiv,

so muss man die Aktion von Gil Ofarim wohl bezeichnen. Vor etwa zwei Wochen postete der Sänger ein Instagram-Video, in dem er aussagte, er wäre wegen des Tragen seines Davidsterns in einem Leipziger Hotel beschimpft worden. Nun zeichnen die veröffentlichten Bilder der Sicherheitskamera ein anderes Bild. Auf keiner der veröffentlichten Aufnahmen ist zu sehen, dass er eine Davidsternkette trägt.
Die Ermittlungen laufen noch. Doch es ist für die öffentliche Wahrnehmung schon beinahe egal, was sie jetzt noch ergeben.

Gil Ofarim sagte dem Boulevardblatt mit den vier Buchstaben, dass es bei seiner Aktion um etwas Größeres gegangen wäre. Im Kern hat er damit natürlich Recht. Antisemitismus war und ist ein Problem in Deutschland. Darauf hinzuweisen, auch laut, ist immanent wichtig und gerade als Mensch mit einer gewissen Bekanntheit kann man diese Plattform nutzen. Man hat es auch an den Reaktionen gesehen, die ihm nach Veröffentlichung des Videos entgegenschlugen, die für viele Menschen lesbar in den Kommentarspalten der sozialen Medien standen.

Mit dieser, man muss sagen beinahe schon dämlichen Aktion, hat er bei allen Antisemiten automatisch die Glaubwürdigkeit aller Juden in Deutschland in Frage gestellt. Genau um die Maßeinheit „etwas Größeres“, hat Gil Ofarim den Kampf gegen Antisemitismus zurückgeworfen. Möglicherweise um einige wichtige Jahre.

Die ursprüngliche hat Meldung in den Medien schon ein ebenso erschreckendes wie auch leider vorhersehbares Echo hervorgerufen. Antisemiten kamen aus ihren Löchern gekrochen und haben sofort losgelegt. Genau diesen Menschen, hat Gil Ofarim nun den Rücken gestärkt und das ist bitter. Der Schaden noch nicht genau abzumessen, aber jetzt schon immens.

Drei Beispiele zeigen, dass mit Bekanntwerden der Meldung über Gil Ofarim diese Leute erwartbar flugs aus ihren schmierigen Löchern gekrochen kamen. Die Screenshots stammen von einer FB-Bekannten. Die Namen sind teilweise noch zu erkennen und ich habe erst überlegt, sie unkenntlich zu machen. Doch dann habe ich mir gedacht „Sc…ß drauf! Diese Leute haben Ihren Antisemitismus in die Welt krakeelt, dann werden sie wohl auch dazu stehen.“

So eklig dieses Geplärre auch ist (und ich habe weitaus mehr Äusserungen in diesem Stil gelesen), der letzte Kommentar ist unfreiwillig komisch. Gefährlich, entlarvend und Realsatire zugleich. „Die deutsche Seele“, das ist 1:1 die Rethorik von Joseph Goebbels und Co. Armes deutsches Seelchen.

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Juden sind hier nicht erwünscht […]

Edit: nach mutmaßlicher Änderung der Sachlage, muss man diesem Text an anderer Stelle etwas hinzufügen.

[…] im Westin Hotel Leipzig. Zumindest nicht, wenn sie ihr Jüdischsein offen zeigen. Diese Erfahrung musste Gil Ofarim vorgestern im genannten Hotel machen.

Seiner Aussage zufolge, wartete er in einer Schlange, um im Hotel einzuchecken. Immer wieder wurden Menschen hinter ihm vorgezogen. Dies geschah, „um die Schlange zu entzerren„, so die Aussage des Hotelmitarbeiters Herrn W. gegenüber dem Sänger. Anschließend rief „jemand aus der Ecke„, Ofarim solle seinen Davidstern einpacken. Der erwähnte Herr W. wiederholte die Aufforderung, die nun offenbar zur Bedingung wurde, um überhaupt einchecken zu dürfen.

Diesen Vorfall schilderte der sichtlich aufgelöste und den Tränen nahe Gil Ofarim in einem Instagram-Video, das er vor dem Westin-Hotel aufzeichnete und online stellte. Zurecht zeigte sich der Sänger ebenfalls schockiert darüber, dass niemand, der anwesenden anderen Gäste und des Personals, Anstalten machte einzugreifen. Ein weiterer trauriger Höhepunkt antisemitischer Vorfälle in Deutschland. In Deutschland im Jahre 2021.

Einmal bekannt geworden, erlebte das Hotel auf seiner Facebook-Seite einen veritablen Shitstorm. Es versteht sich von selbst, dass Drohungen und Rachephantasien, das Hotel solle idealerweise dem Erdboden gleichgemacht werden, nicht zu den Dingen zählen, die ich als angemessen ansehe. Die entsprechenden anderen Reaktionen allerdings, hat sich dieses Hotel sehr wohl verdient.

Die Reaktion des Hotelmanagements allerdings ist wesentlich dünner ausgefallen. Erst nach ein paar Stunden fühlte man sich bemüht, in den sozialen Netzwerken diese Meldung abzusetzen:

Wir sind besorgt über diesen Bericht und nehmen die Angelegenheit sehr ernst. Wir versuchen mit allen Mitteln, mit Herrn Ofarim in Kontakt zu treten, während wir dringend nachforschen, was passiert ist. 
Unser Ziel ist es, alle Gäste und Mitarbeiter zu integrieren, zu respektieren und zu unterstützen, unabhängig davon, welcher Religion sie angehören.

Hier wird deutlich, dass man nicht einmal im Ansatz begriffen zu haben scheint, worum es eigentlich geht. „Mit allen Mitteln mit Herrn Ofarim in Kontakt zu treten“ erschöpfte sich in einer Mail an sein Management, in der man Gesprächsbedarf anmeldete. Desweiteren ist es nicht die Aufgabe eines Hotels, Gäste zu integrieren. Zudem ist Gil Ofarim Deutscher. Gäste sollen bedient werden. Möglichst gut und alle gleich entgegenkommend. Hinzu kommt, dass das Judentum eben doch mehr als „nur“ eine Religion darstellt. Vor allem in Deutschland und Österreich.

Für das Verhalten der beiden Mitarbeiter gibt es keine Entschuldigung. Es geht diese beiden Spezialisten schlichtweg nichts an, was ein Gast zeigt oder trägt. Sollten sich Gäste daran stören, dann haben diese das Hotel zu verlassen. Solche Menschen können gerne draussen schlafen. Idealerweise in einer Industriebrache.

Das Hotel reagierte zumindest soweit, als dass es die beiden Mitarbeiter zunächst beurlaubte. Der Hauptbeschuldigte Herr W. hat nun Strafanzeige wegen Verleumdung erstattet. Nach seiner Sicht hat sich das Ganze anders zugetragen. Den Satz mit dem Davidstern allerdings, hat er nicht ausdrücklich bestritten. Daher ist es für die gesamten Umstände eigentlich egal, was dem vorausgegangen sein könnte. Es bleibt, dass ein Jude im Jahre 2021 in Deutschland dazu genötigt wird, sein Jüdischsein zu verstecken.

Das ist jedoch nicht der einzige Vorfall im Westin Hotel, Leipzig. So berichtet die Internetplattform queer.de, dass der Schweizer Musikmanager Piero Vecchioli, bereits im Juni 2020 Opfer einer homophoben Beleidigung wurde. In einem Artikel auf queer lesen wir:

Der homophobe Vorfall soll sich am 4. Juni 2020 ereignet haben. Vecchioli, der u.a. Patricia Kelly und Daniele Negro vertritt, habe sich damals im „Westin“ über sein Zimmer beschwert. So habe er fremde Haare auf dem Bett gefunden, außerdem sei der Abfluss im Bad verstopft gewesen. 

Der Hotelmanager sei schließlich persönlich gekommen und habe „an die Türe gepoltert“, so der Musikmanager in einer schriftlichen Stellungnahme. „Als ich öffnete, schaute er mich von oben bis unten an und sagte: ‚Wegen dir, du Drecks-Schwuchtel bin ich jetzt hier raufgekommen?'“ Der gebürtige Schweizer solle „so schnell wie möglich in das Scheiß-Land zurück reisen“, wo er herkomme.

Nach einer Beschwerde beim Hauptsitz der Hotelkette erhielt Vecchioli anstelle der erhofften Entschuldigung ein Hausverbot. „Durch Ihr Verhalten am 4. Juni 2020 gegenüber unseren Mitarbeitern haben Sie den Hotelbetrieb nachhaltig gestört“, zitiert RTL aus einem Schreiben an Piero Vecchioli. „Das können wir nicht länger hinnehmen. Wir sehen uns deshalb gezwungen, Ihnen für unser Hotelgebäude […] unbeschränktes Hausverbot zu erteilen.“

Doch auch das sind nicht die einzigen beiden Auffälligkeiten, die es zum Westin Hotel in Leipzig gibt So findet man auf Twitter dieser Meldung

Zur Pro-GSL GmbH findet sich dann in einem Artikel auf Antifainfoblatt diese Passage:

Ein Blick auf die von Oliver Riedel und Tobias Brendel betriebene Sicherheitsfirma „PRO-GSL GmbH“ (PG) verdeutlicht dies. Riedel selbst unterhält Kontakte zur „Black Rainbow Security“ und war selbst schon dort beschäftigt. Dass MitarbeiterInnen der PG aus dem Umfeld der BRS rekrutiert werden, wirkt demnach schlüssig. So soll etwa Markus Kottke 2012 bei BRS gearbeitet haben und war spätestens ab 2017 auch für die PG tätig. Bilder der PG, die im Rahmen eines Auftrags auf dem Lindenauer Hafenfest 2017 entstanden, zeigen auch Frank F. als Beschäftigten der Firma. Kottke, als auch Frank F. sind Teil des „Imperium Fight Team“ um Benjamin Brinsa und befanden sich unter den festgesetzten Neonazis im Januar 2016 in Leipzig-Connewitz – gemeinsam mit Tobias Brendel, dem zweiten Geschäftsführer der PG. Brendel, Frank F. und der Neo­nazi-­Hooligan Riccardo Sturm waren schon im April 2015 Teil einer bedrohlich wirkenden Gruppe am Rande eines Aufmarsches von „LEGIDA“, während Oliver Riedel auf dem Aufmarsch als Ordner tätig war.

Man kann unter Garantie der gesamten Westin-Hotelkette oder gar Mariott-Hotels keine Schuld für diese gehäuften Vorkommnisse geben, aber bei dem Management des Standortes Leipzig, darf man schon fragen, mit welchen rechten Dingen es dort zugeht.

Gestern Abend fand, wie oben bereits zu erkennen, eine Soliaktion für Gil Ofarim vor dem Hotel statt. Es fanden sich, einigen Angaben zufolge 300, nach anderen Quellen etwa 500 Teilnehmende ein. Für sich genommen eine schöne Anzahl. Gesamt betrachtet definitiv zu wenige Menschen. Doch sollte man es nicht zu madig machen. Immerhin haben sich spontan Menschen gefunden, die ein Zeichen setzten.

Das wollte das Hotel anscheinend ebenfalls und so mussten sich die Mitarbeiter draussen vor den Hoteleingang stellen und ein Banner hochhalten, das den Westin-Schriftzug in der Mitte zeigte. Um das Logo hatte man Israel-Fahnen und gleich noch zwei Halbmonde geklatscht. Auch das zeigt, dass man sich beim Management des Hotels in Leipzig immer noch nicht mit der genauen Problematik auseinander gesetzt hat. Antisemitismus ist eben nicht bloß eine weitere Form des Rassismus. Zudem ist Gil Ofarim eben kein Israeli. Doch diesen Vorwurf muss man dann auch den Teilnehmenden des Shitstorms machen, die ebenfalls haufenweise Israelfahnen als Solidaritätsbekundung in ihre Beiträge packten. Vermutlich hat man bei der Hotelführung nicht weiter nachgedacht und das übernommen. Okay, nicht vermutlich, man hat nicht nachgedacht.

Als die Nachrichtenplattformen die Meldung aufgriffen, kam es in den Kommentaren ebenfalls zu Solidaritätsbekundungen und Ablehnung der Vorgehensweise des Hotelmitarbeiters und der Geschäftsführung. Doch selbstverständlich gab es auch andere Stimmen. Von den Setzern des internationalen Deppenindikators, über Relatvierung und „glaube ich nicht“, bis hin zum Vorwurf einer PR-Aktion fand sich alles, was die deutsche Gesellschaft an Verharmlosung und Widerlichkeit zu bieten hat.

Fest steht allerdings, dass ein Hotelmitarbeiter einen Juden aufgefordert hat, seinen Davidstern wegzupacken, keiner der Umstehenden eingriff und, dass der Arbeitgeber auf allen Ebenen unprofessionell gearbeitet hat. Man hat zunächst versucht es auszusitzen, Antisemitismus totzuschweigen.

Dass der Umgang mit Antisemitismus auch anders geht, zeigt Union Berlin. Der Verein reagierte nach den antisemitischen Übergriffen durch einige Union-Fans, die sich bei der Begegnung gegen Maccabi Haifa ereigneten umgehend und entschuldigte sich. Inzwischen wurde einer der Täter ermittelt und der Verein reagierte so, wie es selbstverständlich sein sollte. Eigentlich traurig, dass man das noch betonen und lobend hervorheben muss.

Wir haben daher alle uns zur Verfügung stehenden Maßnahmen eingeleitet, um diese Person aus unseren Reihen zu entfernen. Alle uns vorliegenden Informationen haben wir darüber hinaus an das ermittelnde Landeskriminalamt übermittelt“, wird Union-Präsident Dirk Zingler in der Mitteilung zitiert.Der identifizierte Täter erhält zudem ein unbefristetes Hausverbot sowie ein Zutrittsverbot zu allen Veranstaltungen des Vereins. Union beantragt beim Deutschen Fußball Bund zudem ein bundesweites Stadionverbot.

Nun ist der DFB gefragt, schnell und unmissverständlich zu reagieren und ein bundesweites, unbefristetes Stadionverbot auszusprechen.

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