Eine Schande für die Demokratie

und anders kann und darf man es nicht bezeichnen, ist nicht nur das Verhalten der CDU Thüringen, sondern die gesamte hufeisenbiegende CDU Thüringen selbst.

Stellt sich nur die Frage, ob Nazikuscher oder Nazikuschler.

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Unvergessene Filmmomente (1)

Die großartige Irm Hermann in „Pappa ante portas“ und der nicht minder grandiose Robert de Niro in „Angel Heart“.
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Ich lese zur Zeit

Franz DoblerEin Schlag ins Gesicht„, nachdem ich „Ein Bulle im Zug“ in einem Zug in vier Zugfahrten durchgelesen habe. Zum wiederholten Male. Also „Ein Bulle im Zug“, zum wiederholten Male, „Ein Schlag ins Gesicht“ ist Premiere.

Warum hat man bei Heyne Hardcore eigentlich darauf bestanden, dass Dobler noch mehr nicht veröffentlichte Jim Thompson-Romane übersetzt? Meinetwegen auch bereits übersetzte, aber bis dato bei Hardcore nicht erschienene Romane, also Neuübersetzungen. Dabei kenne ich die alten Übersetzungen nicht einmal. Dafür jedoch zwei oder drei Originale.

Jim Thompson in „The Getaway“ (- Deine Chance ist der Tod)

Weder Jim Thompson noch Franz Dobler findet man deutschsprachig übrigens bei Audible nicht, dafür jede Menge Grisham, Falk (Rita, nicht Peter) und Bücher über Bücher aus der Feder dieses einen, dessen Namen mir nicht einfällt, von dem ich jedoch einen Roman nicht ganz geschafft und dessen anderes Buch ich nach zwanzig Seiten entnervt in die Ecke gefeuert habe, weil er auch in diesem weiteren Schreibversuch beabsichtigte (und es sogar umgesetzt hat), seine Figuren hölzern, klischeehaft und vorausschaubar wirken zu lassen. Nun habe ich es wieder, „Der Schwarm“ heißt das eine Buch, das ich beinahe komplett gelesen habe. Applaus einzig für den Rechercheaufwand, den er garantiert nicht allein bewältigt hat. Ach, Franz Schätzing ist es, genau. Wie gesagt, langweilig, belanglos, eindimensional, hölzern.

Von Thompson hat es bei Audible „The Killer inside me“ (natürlich) und „Murder at the Bijou“. Erfreulicherweise auch auf Italienisch, was mir wenig hilft, denn ausser ein paar Höflichkeitsformeln und diversen Kraftausdrücken die die Mutter des Gegenübers mit einschließen, spreche ich kein Italienisch. Italienische Thompsons hat es dort übrigens stolze vier Audiobücher. Gesprochen von Oliviero Cappellini, der eine viel zu nette Stimme dafür hat. Die beiden englischen Sprecher wirken übrigens so, als würden sie den Text ablesen. Es gibt übrigens insgesamt viel zu wenig Noir und Pulp auf Audible. Auf Deutsch sowieso auf Englisch.

Franz Dobler jedenfalls ist jemand, der durchaus an Jim Thompson herankommt. „Der deutsche Thompson“, würde das Boulevard jubeln, wenn es sich jemals auf das Niveau guten Noirs heraufbemühen würde. So wie es schreiben würde „Wird sie die neue Diana?“, wenn mal wieder ein Prinzensohn aus England eine neue Frau an seiner Seite hat, haben sollte und man sich – wie ich mit meinem Boulevardwissen – fragt: „Will man das überhaupt? Wozu schon wieder ein Unfall in einem Tunnel?“ Abgesehen davon, dass die Queen die neue Diana mit ihrer Reptiloidenzunge diese „neue“ Diana mit einem Schlag wegputzen würde.

Das sind Vergleiche, die ich hasse, ein wenig wütend werde sogar und mich bei der Poesiealbum-Weisheit „Jeder Mensch ist einzigartig“ ertappe.

Trotzdem habe ich bei noch keinem deutschen Autor diese Thompson-Schwärze so gelesen, wie bei Dobler. Vielleicht noch bei Clemens Meyer, obwohl es da eher in Richtung Melancholie geht, die auch enorm schwarz ist, aber in trauriger und ebenfalls nicht miteinander vergleichbar. Von Meyer gibt es übrigens „Die Nacht, die Lichter“ auch bei Audible. Natürlich gekürzt. Was eine der weiteren Todsünden ist. Wer ist jemals auf die krankhafte Idee gekommen, Hörbücher in gekürzter Version der Vorlagen herauszubringen? Vor allem gute Bücher? Das ist, als wenn ich dem Autoren bei lebendigem Leibe ein Körperteil abtrennen würde. Jetzt nicht ein sauberer Hieb mit Axt, Schwert odersowasinderart, sondern herausreißen, -zerren, -drehen, langsam aber endgültig. Da werden Stadt und Lichter verstümmelt bis auf’s Rümpfchen, während andere Verfasser bis zum Speien nicht nur einen Schwarm auf den Hörer loslassen dürfen. In Gänze, ungekürzt und dann noch einmal als Hörspiel. Gut, in diesem Fall wenigstens mit beinahe durchgehend guten Sprechern.

Was ich eigentlich sagen möchte: lest mehr Thompson, Dobler und Meyer oder lasst es.

Es gibt bestimmt eine Menge weiterer lebender Noir-Schriftsteller in Deutschland und wenn sie mir wieder einfallen, werde ich es glücklich aufschreiben.

Ach ja, und Bücher die bei Pulp Master erscheinen, diesem nette kleine Verlag aus Berlin, ist selbstverständlich immer zu empfehlen. Da kann man beruhigt immer zugreifen, wenn man im Buchladen ein Exemplar findet, egal von welchem Autoren.

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Regenbogen? Nem!

Es ist geommen, wie es zu erwarten war. Die UEFA (ein korrupter Haufen alter Männer, die vorgeben fußballinteressiert zu sein), hat die Anfrage der Stadt München, das Olympiastadion während des Spiels gegen Ungarn in Regenbogenfarben erstrahlen zu lassen, abgelehnt.

Ich frage mich, was man sich bei der Stadt München eigentlich dabei gedacht hat. Klar, es mag gut gemeint gewesen sein, aber so eine Sache kündige ich doch nicht groß an und fahre über 14 Tage eine mediale Aufmerksamkeitskampagne, nur um dann die Hände in den Schoß zu legen. Solche wichtigen Aktionen macht man einfach – ganz ohne Ankündigung.

Doch ein Gutes hat das Ganze, Ungarn und die LGBTQ-Feindlichkeit diesem Land, haben damit mehr Aufmerksamkeit bbekommen, als Orban und seinen Geschwistern im Geiste lieb sein dürften.

Für die UEFA ist dieses „Nem, München“, ein ebensolches Eigentor und leider ein fatales Zeichen in Richtung Katar und des großen Bruders FIFA, die aus nicht weniger korrupten alten Männern besteht. Argumentiert wird mit angeblicher politischer Neutralität. Zugegeben, wenigstens hier verhält sich die UEFA kompromisslos neutral. Man geht auch lukrative Werbedeals mit Unternehmen ein, die in Ländern sitzen, in denen Antidemokratie großgeschrieben, auf Menschenrechte ein feuchter Dunst gegeben wird und Schmiergeldzahlungen zum guten Ton gehören. Für UEFA und FIFA also durchaus vertrautes Terrain.

Schade, dass ich von gediegenem Hacking so gar nichts verstehe und froh sein kann, dass ich wenigstens in Ansätzen nachvollziehen kann, wie ein Weblog funktioniert. Sonst würde ich all meine Ambitionen zusammenkratzen und von einem Rechner ausserhalb des Stadions dafür sorgen, dass die Arena in München am Mittwochabend in Regenbogenfarben leuchtet.

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19 Stunden Musik

Fort Knox Five feiern mit unzähligen, okay, mit vielen anderen DJs heute das 50. Funklectic. Das Ganze ist schon um 16 Uhr deutscher Zeit gestartet und soll ganze 19 Stunden laufen.

Zu sehen und zu hören ist das ganze via Twitch.

Gerade legt (noch) Krafty Kuts auf. Auf dem Link kann man auch bleiben, es wird nach dem jeweiligen Set automatisch zum nächsten DJ übergeblendet.

Davor haben mir Shaka loves you, Father Funk und The Gaff extrem gefallen. Shaka hatte einfach die Ruhe weg und hat ein schönes Eingangsset gespielt. Extrem funky, zuerst recht ruhig und anschließend treibender, um den perfekten Übergang zu Father Funk zu bereiten. Bei dem Namen, der mir tatsächlich bis eben nichts sagte, hatte ich – Klischee Klischee – so eine Africa Bambataa-Gestalt vor Augen. Trotzdem hielt ich den Namen für sehr gewagt. Dann sehe ich so ein skinny weißes Jüngelchen, das aussah, sls wäre es einem Eminem-Lookalike-Contest der Besserungsanstalt Clara Zetkin, Bristol, entsprungen. Hat mich allerdings sofort mitgerissen.
Kann ich nicht anders sagen. Wow, Bob, wow. Zuerst rein Funk and Disco, Disco and Funk und zum Schluss, nun ja, Funkstep, würde ich sagen. Okay, das stand so bei Facebook, passte aber.

The Gaff kannte ich schon von früheren Sets. Dennoch immer wieder schön den auflegen zu sehen. Er legte durchgehend mit 45er-Singles, bzw 7Inchers auf. Dieses Mal fing er mit „Apache“ von The Shadows an und ließ den Refrain-Part die nachfolgenden 15-20 Minuten immer wieder, nun ja, erklingen. Das Großartigste war jedoch „Warpigs“ mit zwei 45ern praktisch remixed, grandios. Anschließend ließ er den Song in „A, B, C“ von den Jackson Five übergehen. Grandios. Dem hätte ich gerne noch ne Stunde länger zugehört. Extrem unterhaltsam.

Seit 0 Uhr deutscher Zeit bis um 1 Uhr ist dann DJ Spinna dran, der just auch mit funky 7inch-Singles rockt.

Ich bin bisher extrem begeistert und würde am Liebsten laut aufdrehen, aber da haben die Nachbarn meiner Freundin wohl etwas gegen, glaub ich. Die machen nicht den Eindruck, als würden sie das entsprechend kompetente 0:40-Uhr-Funkverständnis mitbringen.

To celebrate Funklectic 50, we have brought the big guns out of streaming retirement for one night only. Don’t miss this one.

All Times PDT

7:00 – 9:00 AM DJ Tanner — https://www.twitch.tv/djtanner98
9:00 – 10:00 AM – Shaka Loves You — https://www.twitch.tv/shakalovesyou
10:00 – 12:00 PM – Father Funk — https://www.twitch.tv/fatherfunkmusic
12:00 – 1:00 PM – The Gaff — https://www.twitch.tv/THEGAFFLIVE
1:00 – 3:00 PM – Krafty Kuts — https://www.twitch.tv/kraftykuts
3:00 – 4:00 PM – DJ Spinna — https://www.twitch.tv/DJSpinnaBk
4:00 – 5:00 PM – DJ Maculate — https://www.twitch.tv/djmaculate
5:00 – 6:00 PM – Sam Tweaks – https://www.twitch.tv/SamTweaks
6:00 – 7:00 PM – Fort Knox Five – https://www.twitch.tv/fortknox5live
7:00 – 8:00 PM – Stickybuds — https://www.twitch.tv/TylerStickybuds
8:00 – 10:00 PM – The Funk Hunters – https://www.twitch.tv/TheFunkHunters
10:00 – 11:00 PM – DJ Maculate — https://www.twitch.tv/djmaculate
11:00 – 12:00 PM – DJ Tanner — https://www.twitch.tv/djtanner98
12:00 – 1:00 AM – DJ Maculate — https://www.twitch.tv/djmaculate

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Gesicht zeigen – Artists against Antisemitism

Torsun (Egotronic) und Björn peng(Björn Peng), haben die Initiative „Artists against Antisemitism“ ins Leben gerufen.

Notwendig ist dies leider schon lange, denn der Antisemitismus kommt aus so ziemlich allen politischen und teilweise religiösen Richtungen. Massiv zugenommen hat er bereits mit der Bewegung der Quer“denker“. Enorm gesteigert wurde er jedoch noch einmal in den letzten Wochen, nachdem die Hamas Israel mit über 4000 Raketen bombardierte und der israelische Staat, die einzige Demokratie im Nahen Osten, es tatsächlich wagte sich gegen antisemitischen Terror zu wehren.

Während antisemitische Muslime gemeinsam mit antizionistischen Linken auf die Straße gingen, haben sich die Antisemiten im rechten Lager in weiten Teilen gemütlich zurückgelehnt und andere das schreien, plärren, krakeelen und pöbeln lassen, was sie selbst ebenfalls denken. Fast alle, denn auch die rechtsextremen Kleinparteien „Die Rechte“ mit ihrer Parole „Israel ist unser Unglück“, die übrigens viele Verwaltungsgerichte als nicht strafrechtlich antisemitisch einstuften, und „Der dritte Weg“, hielten Kundgebungen ab, in denen die aktuelle Situation in und um Israel nicht Thema waren, hielten Kundgebungen ab, in denen auch Antisemitismus nicht gefehlt hat.

Verdächtig still wurde es auf einmal um die „Ich-möchte-unbedingt-Israel-kritisieren-aber will-nicht-zugeben-dass-ich-Antisemit-bin“-Verfasser der „Jerusalemer Erklärung„. Als der Mob muslimischer und linker Antisemiten durch die Straßen mehrerer Großstädte zog und zur Vernichtung Israels aufrief, als Juden auf der Straße attckiert wurden, jüdische Prominente und weniger Bekannte Hassnachrichten per Mail etc. bekamen, da wussten die Damen und Herren „Israelkritiker“ auf einmal ziemlich wenig zu sagen.

In dieser Zeit, in denen das Leben von Jüdinnen und Juden immer unsicherer wird, sie auf der Straße angegriffen werden oder sich auch nur für die Politik Israels verantworten sollen – was durchaus etwas von Blockwartmentalität hat – und sie aus der Politik, ausser sich wiederholender Phrasen und leerer Versprechungen nichts zu erwarten haben, wollen wenigstens ein paar Künstler Gesicht zeigen und mit ihrem Namen gegen Antisemitismus einstehen.

Auszüge aus der Erklärung auf der Homepage von „Artists against Antisemitism“

Wir, die Artists against Antisemitism, wollen nicht untätig dabei zusehen, wie der Antisemitismus und sein nicht minder gefährlicher Zwilling, der Antizionismus, immer präsenter werden und mutiger auftreten. Egal, aus welcher Ecke er kommen mag, egal, mit welchem Hintergrund und egal, in welcher Erscheinung er auftritt, es ist uns absolut zuwider, dass dem Hass gegen jüdische Menschen so viel Verständnis und Toleranz entgegengebracht wird. 

Der Dämonisierung, der Delegitimierung und den Doppelstandards gegenüber dem Staat Israel, Jüdinnen und Juden und den als jüdisch chiffrierten Menschen weltweit, die in der Berichterstattung, in den Kommentaren und Meinungen geduldet werden, muss dringend ein Ende gesetzt werden. Es kann nicht sein, dass Synagogen rund um die Uhr geschützt werden müssen und – wie schon geschehen – jüdischen Menschen aus Sicherheitsgründen empfohlen werden muss, im öffentlichen Raum keine Kippa oder andere Merkmale, wie Kettenanhänger, zu tragen, sie sich also nicht als Juden zu erkennen geben sollten. Darum wollen wir nicht länger schweigen und zeigen, dass jede und jeder Einzelne diesen Zuständen etwas entgegensetzen kann.[…]

Dabei geht es uns explizit nicht darum, uns in innerisraelische Konflikte einzumischen, oder gar unsere Solidarität mit dem jüdischen Schutzraum und allen Juden weltweit daran zu koppeln, wer gerade in Israel die Regierung stellt. Es existiert dort eine funktionierende Demokratie, in der die inner- wie außerparlamentarische Opposition, sowie die freien Medien alle Möglichkeiten haben, ihre Regierung zu kritisieren. […]

Internationale Kampagnen wie BDS oder aktuell Palästina Spricht sind keine Friedensorganisationen, sondern in ihrer antisemitischen Einseitigkeit Teil des Problems. Ihrer Forderung nach einem Palästina “from the river to the sea” ist der unverhohlene Vernichtungswunsch gegenüber den dort lebenden Jüdinnen und Juden inhärent, zumal, wie jetzt bereits ersichtlich, in arabisch-muslimischen regierten Ländern kein Platz für jüdisches Leben vorgesehen ist. Ihre Propaganda zielt auf akademische und künstlerische Unterstützung, wie z. B. von Roger Waters (Pink Floyd). Dementsprechend bekommen sie viel mediale Aufmerksamkeit. 

Gegen Antisemitismus können wir nicht alleine anstehen, wenn breite Kampagnen versuchen ihre Kritiker:innen zum Schweigen zu bringen. Deshalb schließen wir uns als Artists Against Antisemitism zusammen, denn wir wollen die von Antisemitismus betroffenen Menschen nicht alleine lassen, sondern unsere Stimme gemeinsam erheben und laut werden.

Gegen jeden Antisemitismus

Zu den Unterzeichnern gehören bspw. Egotronic, Die Sterne, Ilsa Gold, Sarah Rambatz, Sandra Kreisler, Franz Dobler, Jonni Ben Salomo, Til Mette, Babsi Tollwut u.v.a.

Man muss jedoch nicht unbedingt Künstler sein, um dort zu unterzeichnen, was bisher (Stand 03.06.2021 15:40 Uhr) 545 Menschen getan haben, was viel zu wenige sind.

Hier geht es zum Unterzeichnen.

Gegen jeden Antisemitismus

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Eine Alarm-App

Die antisemitischen „Demonstrationen“ in den letzten Tagen, die sich überwiegend nicht „nur“ gegen Israel, sondern gegen Juden dort und auf der ganzen Welt richteten, haben auch in Deutschland zu einem nochmaligen Erstarken des Antisemitismus geführt.

Juden in Deutschland haben nun noch mehr Angst ihr Jüdischsein offen zu zeigen und auch die, die sich hier bisher sicher fühlten, bekommen verstärkt Angst, einige denken darüber nach, nach Israel zu gehen.

Eilfertige Erklärungen von Politikern aller Parteien, die Verurteilungen der antisemitischen Aufmärsche schaffen es nicht, teilweise bereits vor Jahren verspieltes Vertrauen zurückzuholen. Eher im Gegenteil. Es waren sind und bleiben hohle Phrasen, leere Versprechungen, durch die hier lebenden Juden nicht geschützt sind. Das Vertrauen auf den Schutz durch die Polizei hat ebenfalls stark gelitten. Was kein Wunder ist, denn in vielen Fällen mussten Juden in Deutschland erfahren, dass sie bei antisemitischen Attacken, judenfeindlichen Parolen an Wänden des eigenen Restaurants, der Haustür, dem Briefkasten, von Exekutive und Judikative oft genug allein gelassen wurden.

Die Gefahr körperlicher Angriffe ist jedoch rasant gestiegen. Zudem ist bei einer Attacke durch Antisemiten in der Regel auch keine Zeit mehr erst die Polizei anzurufen. Das geht meistens erst hinterher und dann ist es zu spät.

Aus dieser Not hatte die Kantorin der Neuen Synagoge Berlin, Avitall Gerstetter, die Idee einer Alarm-App. Diese App muss natürlich irgendwie finanziert werden.

Daher bitte ich auch in meinem Blog um Spenden, damit dieses Vorhaben möglichst bald entwickelt und umgesetzt werden kann.

Den erläuternden Text sowie den Link zur Spendenseite findet ihr noch einmal unter diesem Bild

Liebe Freundinnen, liebe Freunde,

Die Welle antisemitischer Attacken der letzten Zeit auf Deutschlands Straßen und Plätzen, gegen Synagogen, vor allem aber auch gegen jüdische Menschen, haben mich auf eine Idee gebracht:

  • Schaffung einer Smartphone-App „Push the Red Button / MagenDavidAlert“ (Davidsternalarm)
  • Vorbild sind vergleichbare Apps zum Schutz von Mädchen/Frauen
  • Die App ist für jüdische Menschen in Bedrängnis und Gefahr gedacht
  • Sie löst einen akustischen Alarmton auf dem Smartphone aus
  • Sie löst eine Audioaufzeichnung aus
  • Sie löst – ganz wichtig! – unter Standortanzeige einen Hilferuf an andere Menschen aus, die die App installiert
  • Sie löst ebenso einen Notruf unter Standortanzeige bei der Polizei aus

Natürlich sind dazu noch etliche Detailfragen zu klären. Damit das Projekt aber unverzüglich über die reine Idee in die konkrete Realisierung starten kann, bitte ich herzlich um Ihr/Dein Wohlwollen und um eine projektbezogene Spende!

Details dazu unter folgendem link: https://gofund.me/7bd5dc7a

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Das Israelbild in Deutschland entspricht dem Totalversagen von Politik und Sicherheitsbehörden

Puh, gut dass die Inzidenzwert fast bundesweit erheblich sinken und die Impfquote steigt. Dann haben wir endlich ein bisschen Zeit, denn seit einer Woche sind wir alle Nahost-Experten. Mal wieder. Das werden wir immer, sobald die Nachrichten tönen „Israel bombardiert Ziele in Gaza“, gefolgt von einem lapidaren „zuvor schoß die Hamas/der Islamische Jihad dutzende von Raketen auf israelisches Gebiet.“ Das ist in der Regel der Textbaustein, aus dem sich die Journalisten bei SZ, FAZ, ARD, ZDF, dem Spiegel sowieso und dem Großteil der deutschen Medien bedienen. Dabei spielt es keine Rolle, ob die tatsächliche Zahl 12, 30, 80 oder 100+ Raketen entspricht.

Bis gestern wurden 3700 Raketen in Richtung Israel abgeschossen, von denen der größte Teil durch den Iron Dome abgefangen werden konnte. Dennoch erreichten einzelne Raketen israelisches Gebiet. Dabei kamen bis zum 15. Mai acht Menschen zu Tode. Wenn es dabei trifft, ob Kinder, Frauen, Juden oder Muslime, ist den Terroristen der Hamas herzlich egal.

Ebenso egal wie Politiker der EU, die meinen sich unbedingt als Vermittler aufrdrängen zu müssen. Diese „Vermittler“ müssten eigentlich wissen, dass Verhandlungen mit Terroristen nichts bringen, am allerwenigstens mit dem Islamischen Jihad und der Hamas. In der Charta dieser Terrororganisation ist in mehreren Artikeln die Vernichtung Israels postuliert. Da gibt es keine Verhandlungen, die langfristig zu einem Kompromiss oder gar zu Frieden führen. Es mag, irgendwann, ein Waffenstillstand ausgehandelt werden. In der Regel zufällig genau dann, wenn denen in Gaza die Raketen ausgehen und, auch darauf ist Verlass, findet die Waffenruhe ein jähes Ende, wenn wieder genug Gelder aus dem Iran und den NGOs aus der ganzen Welt dorthin geflossen sind, dass damit neue Waffen produziert werden können.

In Gaza starben ungefähr 140 Menschen. Teils durch die Gegenangriffe der IDF, aber auch durch Raketen der Hamas, die Israel erst gar nicht erreichten, sondern innherhalb des Gazastreifens niedergingen und so zivile Opfer forderten. Eine Tatsache, die ich den deutschen Nachrichten gar nicht bis selten entnehmen konnte. Auch diese Opfer sind der Hamas egal, werden jedoch zu den Opferzahlen hinzuaddiert und der IDF untergeschoben. Die meisten Medien hieruzulande übernehmen auch diese Zahlen, meistens ohne die wahren Zusammenhämnge zu erwähnen. Von insgesamt 3200 Raketen die in Richtung Israel abgefeuert wurden, explodierten israelischen Angaben zufolge rund 450 in Gaza selbst. Das entspricht etwa 14%., was wiederum jede 7. Rakete ist.

Finanziert wird das Ganze aus u.a. durch die EU. Jedes Jahr fließen verlässlich etwa 200 Millionen Euro nach Ramallah. 2020 kamen noch einmal etwa 85 Millionen an Corona-Hilfen obendrauf. Im Westjordanland haben Abbas und seine Speichellecker, nachdem zunächst einmal die angebotene Hilfe Israels abgelehnt wurde, hauptsächlich sich selbst mit Impfstoff versorgt, während in der deutschen Presse teilweise entrüstet gefragt wurde, warum sich denn bitteschön Israel nicht um diese Gebiete kümmern würde. Alle Journalisten, die eigentlich objektiv und nicht tendenziös arbeiten sollten, wissen sehr wohl, dass man es in der Westbank schlichtweg nicht auf die Kette bekommen hat Impfstoff aus Russland zu kaufen. Am Ende hat Israel dann glücklicherweise doch ausgeholfen und so konnten höchstwahrscheinlich einige Menschenleben dort gerettet werden. Was mit den Geldern für den Impfstoff in Gaza geschah, sieht man dieser Tage in Form von mehr als 3000 abgefeuerten Raketen und diverser Tunnel, die inzwischen, dank der IDF, nicht mehr ganz so tunnelig sind.

Seit einigen Tagen kommt es in Deutschland zu Demonstrationen, die von vielen Medien als pro-palästinensisch beizeichnet wurden. Hier hat u.a. die Tagesschau mal wieder ein wahres Glanzstück geleistet, indem es den offenen Vernichtungsantisemitismus schlichtweg verschwieg. Nicht eine Anmerkung kam dazu, obwohl am Donnerstagabend ein Mob von Antisemiten vor der Synagoge in Gelsenkirchen stand und „Scheiß Juden“ krakeelte. Selbst auf dem Presseportal der Polizei Gelsenkirchen stand zunächst „Dabei wurden auch antiisraelische Rufe skandiert.“ Ein starkes Stück. Schließlich standen Beamte direkt daneben, starrten stur geradeaus und sicherten durch ein Spalier von zwar die Synagoge, aber niemand kam auf die Idee diesen antisemitschen Hass umgehend zu stoppen. Wären die 180 „Demonstranten“ losgestürmt, die Polizisten hätten keine Chance gehabt. Es ist wie so oft in Deutschland. Ob bei Quer“denker“-Demos oder bei den Demontsrationen in den letzten Tagen, fast immer reagiert man, selbst bei offenem (Vernichtungs)Antisemitismus überhaupt nicht oder nur zögerlich. Wahrscheinlich ist man immer noch überrascht, welche Dimensionen Antisemitismus annehmen kann. Woher sollte man in Deutschland auch Erfahrung damit haben?

Immerhin bemühte man sich bei der Polizei Gelsenkirchen, etwa 16 Stunden später und wohl auch nur nach massiven Druck seitens einiger Leser in den sozialen Netzwerken, doch noch darum die erste Pressemeldung zu ergänzen und Antisemitismus auch als solchen zu benennen.

Im Zuge der nicht angemeldeten Demonstration am gestrigen Abend, 12. Mai 2021, in der Gelsenkirchen Altstadt konnte die Polizei verhindern, dass die Demonstranten auf jüdische Einrichtungen unserer Stadt einwirken konnten. In unmittelbarer Nähe der jüdischen Synagoge, wo die Beamten die Demonstranten durch eine Polizeikette aufhalten konnten, wurden aus der Gruppe heraus antisemitische Parolen skandiert. Die Polizei führte vor Ort Beweissicherungsmaßnahmen durch und fertigte Strafanzeigen wegen Volksverhetzung, Landfriedensbruch, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigung von Einsatzkräften sowie Ordnungswidrigkeitenanzeigen wegen Verstöße gegen die Coronaschutzverordnung. Primäres Ziel der Einsatzkräfte war der Schutz der jüdischen Synagoge. Um den Schutz des Gotteshauses zu jedem Zeitpunkt sicherzustellen, wurde aufgrund der Lagebewertung zu diesem Zeitpunkt auf die Festnahme von Tatverdächtigen verzichtet. Die Polizei ist zuversichtlich, dass durch die Beweissicherungsmaßnahmen Tatverdächtige ermittelt werden, um zeitnah Strafverfahren gegen die Aggressoren einleiten zu können.

Seit einigen Tagen erlebt Deutschland die Forderung nach Vernichtungsantisemitismus. Direkt, klar und überlaut. Zum allergrößten Teilen handelt es sich hierbei um muslimischen Antisemitismus. Doch unter den Demonstrierenden finden sich auch Teile der deutschen Linken. Marxisten, die Antisemiten vom BDS und die“Israelkritiker“ Linksjugend solid NRW waren ebenfalls mit von der Partie. Zwar stimmte man wohl nicht mit in die Sprechchöre „Kindermörder Israel“ etc mit ein, aber man sah auch keinen Grund sich zu distanzieren.

Dazu passt es dann auch prima, dass Berlins Innensenator die Teilnehmer folgendermaßen beschrieb:

„300 bis 400 junge Männer, arabischstämmig, nicht politisch organisiert, eher erlebnishungrig

Edit: den durchgestrichenen Teil habe ich der Bild entnommen. Ja, der Bildzeitung. Die lese ich zu den Berichten aus Israel momentan tatsächlich regelmäßig, weil – zumindest in meinen Augen – darauf bisher stets mehr Verlass war, als auf die Berichte von Tagesschau, Spiegel, SZ usw. Hier allerdings scheint es, als habe Geisel das selbst gar nicht so gesagt. Die rbb zitiert ihn mit den Worten

Nach bisherigem Erkenntnisstand kamen die Gewalttätgkeiten nicht aus dem Bereich organisierter Palästinsner, sondern, die Polizei nennt das „erlebnisorientierte Jugendliche (…) Von dort ging eine unglaubliche Aggressivität hervor.

E-r-l-e-b-n-i-s-h-u-n-g-r-i-g. Laut formulierte Vernichtung von Juden als Spaßevent. Heia Safari, alle bitte Einsteigen, die nächste Fahrt geht rückwärts.

Ich weiß momentan tatsächlich nicht, wer diese Worte nun gesagt hat, das ist ganz kurz auch zweitrangig, denn es zeigt deutlich, dass Antisemitismus erneut relativiert und eine reale Gefahr kleingeredet wird. Ob es jetzt Herr Geisel oder irgendjemand von der Polizei war, ist beides gleichermaßen fatal.

Immerhin will Geisel nun schnellstens einen „runden Tisch gegen Antisemitsmus“ einberufen.

Ja, endlich, hurra, jetzt gehts es rund (um den Tisch) und anschließend kommt man da wieder an, wo eilfertig losgelaufen wurde. Dann gibt es die zigste „Nie wieder“-Gephrasel-Veranstaltung, es werden die üblichen Nullsätze in die aufgestellten Mikorfone und Objektive geshwafelt. Garniert mit bunten Lichterketten und Kippot. Da fassen wir uns alle an den aufgeregt-schwitzigen Händchen und singen „Hava Nagila“, zur fröhlichen Melodei der Klarinette. Anschließend brav nachhause und hoffen, dass nichts passiert.

Es wäre viellicht nicht schlecht, wenn sich Herr Geisel einen Job sucht, dem er auch gewachsen ist. In einem Sessel sitzen und weder links noch rechts schauen, beispielsweise.

Die Tagesschau präsentierte ebenfalls (mal wieder) ein wahres Glanzstück, indem es den offenen Vernichtungsantisemitismus schlichtweg verschwieg. Nicht eine Anmerkung kam dazu, obwohl am Donnerstagabend ein Mob von Antisemiten vor der Synagoge in Gelsenkirchen stand und man als neutral berichtender Journalist genau weiß, dass die Radikalität der Forderung so schnell nicht abflachen wird. So darf es eigentlich auch nicht verwundern, dass in der Tagesschau die Parolen wie „From the river to the sea…“ und das ebenfalls Übliche „Kindermörder Israel“ komplett unerwähnt blieben. Die Forderung der Vernichtung Israels und das Aufwärmen der Ritualmordlegende, 100%iger Antisemitismus sind dem größten deutschen TV-Nachrichtenmagazin keine Silbe der Erwähnung wert. Die Köpfe der Hamas wissen selbstverständlich, dass sie sich auf so etwas verlassen können und die Tagesschau macht durch diese Art der Berichterstattung zum willigen Handlanger der Hamas, wirkt als direkter Verstärker des Antisemitismus in Deutschland.

Was ich vermisse ist, dass jemand aus der deutschen Politik, unmittelbar nachdem sich die ersten antisemitischen Mobs vor den Synagogen sammelten, ebenso unmittelbar eine jüdische Gemeinde aufsuchte und den Gemeindemitgliedern persönlich zusicherte, dass die deutschen Sicherheitsorgane alles dafür tun würden, um alle Syngagogen, andere jüdische Einrichtungen und, last but not least, natürlich die Juden selbst beschützen würden. Doch da kam nichts, nada, niente, רבד םוש Sicherlich, öffentlichkeitswirksam kamen diese Zusicherungen und ich bezweifle nicht, dass sie auch ernst gemeint waren und sind, aber unter’m Strich ist das doch ein bisschen wenig, so aus der Ferne schwallen.

Noch einmal kurz zu den „israelkritischen“ Demonstrationen: Selbstverständlich gab es auch Gegenproteste, doch wenn israelsolidarischen Menschen, die in Köln etc. Präsenz zeigten und damit ihre körperliche Unversehrtheit riskierten, seitens der Ordnungskräfte gesagt wird, sie sollen ihre Israelfahne besser verstecken, weil dies als Provokation aufgefasst werden könnte, dann läuft in diesem Land etwas ganz gefährlich falsch.

Falsch ist übrigens auch das, was unmittelbar aus den Mündern einiger CDUler zu hören war, indem sie allein den muslimischen Antisemitismus verantwortlich machten. Es stimmt, es sind vornehmlich Muslime, die am Wochenende demonstrierten, unterstützt von einem Haufen Linker oder Menschen die glauben, dass sie dem linken Spektrum angehören, bei denen es sich jedoch bei neutralert Betrachtung nur um einen Haufen armseliger Faschisten handelt.

Es ist jedoch zu kurz gegriffen, jetzt nur mit dem Finger auf die Muslime zu zeigen. Wir haben jetzt beinahe ein Jahr lang, regelmäßig Quer“denker“-Demonstrationen erlebt, auf denen jedes Mal der Holocaust relativert wurde, auf denen wir Reden gehört haben, in denen von sinistren Strippenziehern gesprochen wurde, die das Weltgeschehen lenken. Auf diesen Veranstaltungen tauchten Menschen auf, die sich als Jude in Sträflingskleidung verkleideten (München) oder gleich offen ihren Antisemitismus auf einem T-Shirt mit dem Aufdruck „Lies die Protokolle“ spazieren trugen (Berlin). Vor etwa zwei Wochen wurde in Leipzig einer jüdischen Studentin geraten doch nachhause zu gehen. Die Antisemitin ging sogar so weit, dass sie versuchte in die Wohnung der jungen Frau einzudringen. Niemand in dem Mehrparteienhaus eilte zur Hilfe und die Polizei tauchte erst nach einer Stunde und mehreren Anrufen auf. Am Wochenende attackierten „Fans“ von Dynamo Dresden nach dem Spiel Journalisten und schrien dabei „Judenpresse“. Last nut not least: haben die, die jetzt mit dem Finger ausschließlich auf Muslime zeigen: Ist Halle schon wieder vergessen? Was ist mit den unzähligen Anschläge auf das Schalom in Chemnitz?

Der Antisemitismus in Deutschland hat seit einem Jahr zugenommen. Mehr als besorgniserregend. Da sind die „Demonstrationen“ vom Wochenende „nur“ die Spitze des Eisbergs. Die Saat wurde schon lange gelegt und ist über zwölf Monate aufgegangen.

Genährt von den besagten Quer“denkern“, Attila Hildmann und auch von der Untätigkeit deutscher Behörden. Hätte die Staatsanwaltschaft schneller gearbeitet, könnte Hildmann jetzt nicht in der Türkei sitzen, Tag für Tag seine antisemitsche Hetze ins Netz kübeln und zum Mord an Juden aufrufen.

Es gilt jedem Antisemitismus entgegenzutreten und nicht nur dann, wenn das Bennen der Zielgruppe gerade pressiert. Bei Menschen, die hier ausschließlich auf Muslime, Linke oder Rechte zeigen, kann man sich schon die berechtige Frage stellen, ob sie wirklich so sehr gegen Antisemitismus sind oder in Wirklichkeit nicht ein anderer Grund vorliegt.

Edit: oh, gerade lese ich, dass die Staatsanwaltschaft wohl ein Ermittlungsverfahren eingeleitet hat, um versuchen herauszufinden, wer die Information zum bevorstehenden Haftbefehl an Hildmann durchgestochen hat, dass dieser untertauchen und sich der Festnahme entziehen konnte.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass zu diesem frühen Zeitpunkt nur wenige Menschen Kenntnis von dem frisch ausgestellten Haftbefehl hatten: die Haftrichterin, deren Mitarbeiter, eine Sekretärin in der Geschäftsstelle oder auch ein Sicherheitsmann, der die Akte transportiert hatte. Weder Hildmann noch seine Anwälte wurden vom Gericht informiert.

Zwar erst beinahe sechs Monate später, aber immerhin geschehen noch Dinge, die man beinahe als Zeichen und Wunder bezeichnen könnte





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Wenn das Kind in den Brunnen fällt

Rund fünfzig Schauspieler aus Deutschland und Österreich haben sich an der Aktion #allesdichtmachen beteiligt. Die Resonanz war wohl nicht ganz so, wie erwartet wurde. Zumindest nicht seitens von Mitwirkenden wie Heike Makatsch (die sich inzwischen distanziert und das Video zurückgezogen hat), Meret Becker. Ulrich Tukur, Manuel Rubey und Nicholai Ofczarek.

Inszeniert wurde die Ganze Sache von Bernd K. Wunder, einem Corona-Verharmloser der ersten Stunde, der schon früh das Virus mit einem Grippeerreger verglich und dies auch später nie revidierte.

Selbstverständlich sind nicht alle 53 Schauspieler:innen die dort mitgemacht haben Nazis. Ich denke mal, keines der bekannten Gesichtern stehtb diesem Gedankengut nahe, aber sie alle haben – teilweise aus Profilierungssucht – bewusst in Kauf genommen, dass sie auch Applaus aus der rechten Ecke bekommen, dass die Quer“denker“-Blase frenetisch jubeln wird.

Wenn Jan Josef Liefers auf seinem FB-Profil solche Kommentare schreibt:

Kriege das Video hier nicht geladen, deshalb behelfsmäßig so und Link in Bio. Einige Kollegen und auch ich haben hier gesagt, was gesagt werden wollte. Mein Punkt waren die Medien und ihre primäre Berichterstattung im letzten Jahr. Habt Ihr Euch rundherum gut informiert gefühlt? Konntet Ihr Euch aus den Nachrichten eine eigene Meinung bilden? Oder habt Ihr Euch manipuliert gefühlt? Nur halb informiert? Habt Ihr es auch so erlebt, als wären die meisten Journalisten plötzlich einem Chor beigetreten? Mich interessieren Eure Ansichten dazu.

dann ist es schon bewusst mit einkalkuliert und da nutzen Distanzierungsversuche im Nachhinein sehr wenig und zumindest bei Herrn Liefers, wirken sie auf mich unglaubwürdig.

Der Applaus ließ auch nicht lange auf sich warten. Neurechte Blogs wie Tichys Einblicke, KenFM oder auch Hans-Georg Maaßen spendeten Standing-Ovations und spätestens wenn Attila Hildmann mit auf den Zug der Jubler aufspringt,dann ist man dort, wo man eigentlich nie hinwollte, was man jedoch vollumfänglich selbst zu verschulden hat. Da nutzt auch ein – in diesem Fall tatsächlich – billigges „#fcknzs“ am Fuß der Website des Initiators nichts. Alle 53 Mitwirkende scheinen tatsächlich nicht einmal gefragt zu haben, wer die Person hinter hinter dieser Aktion ist. 53x wurde den Quer“denkern“ direkt in die Hände gespielt. Wenn ich ein wenig weiter als von der Wand bis zur Tapete denken kann und mein Ego mal für einen Moment beiseite lasse, dann mache ich mich doch wenigstens mal kurz kundig, vor wessen Karren ich mich da spannen lasse. Und genau das müssen sich sämtliche Mitwirkende vorwerfen lassen.

Man könnte müde lächelnd über diese ebenso übersteigerte, wie auch billige Profilierungssucht hinwegsehen, wenn da nicht ein entscheidender Punkt wäre:

Diese Pandemie hat bisher mindestens 3 Millionen Menschen das Leben gekostet (Stand 23.04. 9:00 Uhr). In 3 Millionen Fällen Schmerz und Trauer von Angehörigen. Millionen von Ärzt:innen und Pfleger:innen haben Menschen auf den Intensivstationen um das eigene Leben kämpfen und zu oft sprichwörtlich jämmerlich verrecken sehen.

3 Millionen Menschen wurden mit diesen verhöhnt und allen Ärzt:innen und Pfleger:innen höhnisch lachend der Mittelfinger ins Gesicht gestreckt. Nicht absichtlich und gezielt, aber auch das gehört eben mit zum Gesamtpaket, die diese Aktion beinhaltete.

Jan Josef Liefers ist mir als Schauspieler persönlich recht wumpe. Den halte ich, ebenso wie Heinz Rühman, für maßlos überschätzt. Bei Roland Düringer war ich nicht sonderlich überrascht, dass er dabei mitmacht, aber im Falle Nicholas Ofczarek und Manuel Rubey, tat es schon ein bisschen weh, sie auch mit von der Partie zu sehen.

Von einem Boykott seitens der Arbeitgeber oder gar einer Entlassung, halte ich hingegen gar nichts.

Die Teilnehmenden müssen sich, ganz zurecht übrigens, nicht in die Nazi- und/oder Querdenkerecke stellen lassen. Doch, dass von ihnen scheinbar keiner auch nur ansatzweise überprüft hat, von wem man sich da hat einspannen lassen und welchem einzigen Zweck dies diente, das geht zu 100% auf die Kappe jedes Einzelnen der meinte ein Video dazu aufnehmen und ins Netz stellen zu müssen.

Wenn man noch über Selbstachtung und Courage verfügt, dann zieht man sein Schaffenswerk der Selbsterniedrigung von einer Plattform zurück, die bewusst die Nähe zu Demokratiefeinden, Holocaustrelativierern und Wissenschaftsphimosen sucht.

Gediegenes Pöbeln gegen diese Aktion ist ja vollkommen okay, aber Beleidigungen und Morddrohungen, ein Verhalten also das man, weil es eben auch schon desöfteren vorgekommen ist, in den Reihen Reihen der Quer“denker“ verortet, verbieten sich allerdings von selbst.

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„Frank der Reisende“, der Mann der Umsturzideen vernetzt

Auf t-online ist heute ein ausserordentlich lesenswerter und extrem gut recherchierter Artikel von Lars Wienand erschienen. Darin geht es um einen Frank Schreibmüller, der, wie die Überschrift schon sagt, eine Art beratender Mastermind hinter vielen Telegram-Gruppen ist. Ich möchte auch gar nicht lange herumreden und noch viele Worte verschwenden, lest den Artikel lieber selbst. Die Recherche entstand in Zusammenarbeit mit dem ARD-Magazin „Kontraste“.

Herr Wienand hat zu Quer“denken“ und anderen Verschwörungsideologen, und -ideologien schon einige gute Artikel verfasst, an denen sich viele große Zeitungen, die lediglich dpa-Meldungen auf ihre Seiten, bzw. in ihre Blätter klatschen, ein Beispiel nehmen könnten.

Ergänzend dazu sei noch die Recherche von Anonleaks empfohlen, die wohl ebenfalls, und das zeitgleich, zu diesem ominösen Frank recherchiert haben. Auch dieser Artikel ist extrem lesenswert.

Alles in allem ist das ebenso interessant, wie erschreckend und gefährlich.

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