Der Berliner Innensenat hat versagt

In Berlin wurde demonstriert, versucht das Reichstagsgebäude zu „stürmen“ und noch am Abend gibt sich Politik eilfertig überrascht, dass dort tatsächlich auch gewaltbereite Querfrontler marschierten.

Wer hätte das nur ahnen können?

Es ist schließlich nicht so, dass sich bereits bei den ersten „Mahnwachen für den Frieden“ recht schnell herauskristallisiert hat, aus welchen Gruppen diese neue Querfront besteht. Das war im Jahr 2014!

Seitdem hat die Politik sechs Jahre lang die Zeit und die Pflicht gehabt, etwas zu unternehmen, um auf dem Laufenden zu bleiben und Konzepte zu entwickeln.

Das ist jedoch, in weiten Teilen, nicht geschehen. Ansonsten wäre so etwas wie gestern nicht passiert. 

Doch womit haben wir es hier zu tun?

Ich meine damit nicht die Querfront, bestehend aus Nazis, Reichbürgern, Esohippies, verschwörungsideologischen Linken und weiteren Antisemiten, sondern die Politik.

War das in den letzten Jahren und Wochen Naivität, Desinteresse oder mangelnde Kompetenz? 

Diese Idee den Reichstag zu stürmen ist nicht neu, sondern ebenfalls mindestens sechs Jahre alt. Das Vorhaben wurde bereits damals, nicht in irgendwelchen geheimen Gruppen, in diesem ominösen Darknet entwickelt, sondern offen in diversen Foren und Gruppen auf diversen Socialmedia-Plattformen direkt formuliert. Es ist die Pflicht von eines starken wehrhaften demokratischen Staates und den zuständigen Behörden, so etwas 24 Stunden am Tag und das gesamte Jahr im Blick zu haben.

Ebenso muss der Innensenat es im Blick haben, dass sich bereits im Vorfeld allerlei reichsbürgerideologische Vertreter dazu verabredet haben, zu den Botschaften zu ziehen. Die einzige Antwort darauf waren ein paar jämmerliche hüfthohe Sperrgitter, die man vor den Zugängen aufstellte. Das hat jedoch etwa 300 Reichsbürger nicht davon abgehalten vor die Botschaften zu ziehen, Fahnen zu schwenken, die teilweise noch in krakeliger Kleinkinderschrift mit kruden Forderungen beschmiert wurden, und skandierend einen Friedensvertrag zu fordern.  Ich weiß auch um den Antisemitismus der Reichsbürger und deren Holocaustrelativerung- bzw leugnug. 

Denke ich an Friedensvertrag, dann kommt mir inzwischen zuerst das Wort Reichsbürger in den Sinn und wenn ich daran denke, dann weiß ich seit Jahren um deren Gewaltpotential, das einige auch tatsächlich einzusetzen bereit sind, wie man bspw. anhand der Fälle Wolfgang P. und Adrian U. feststellen konnte. Und schon bei diesen beiden Reichsbürgern war schon lange bekannt, wie gewaltaffin diese Szene ist. Schon als Christoph K. , der Polizei und anderen Sicherheitsbehörden seit Jahren bekannt ist, im Jahr 2011 einen Jobcenter in Berlin mit einer Axt betrat und Mobiliar und Computer zertrümmerte sowie Mitarbeiter bedrohte, wurde der Öffentlichkeit bekannt, welch hohes Aggressionspotential Reichsbürger etc. mitbringen. Dieser Vorfall ist nun gut neun Jahre her, doch es hat dann noch bis 2016 und Adrian U. gebraucht, bis die Behörden offiziell so langsam auf diese Gefahr aufmerksam wurden. Doch auch danach hat sich, bis auf ein-zwei Razzien im Reichsbürgermilieu, nicht gerade viel getan. Behörden und Politik haben mehr oder weniger tatenlos zugeschaut.

Das Jüdisches Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA ) berichtet:

Allein in den letzten sechs Wochen kam es zu drei Übergriffen auf BerichterstatterInnen des #jfda_ev während Demonstrationen und Kundgebungen der sogenannten „Reichsbürger“. Zuletzt gab es einen Angriff kurz bevor Demonstrierende am 29.8.2020 auf die Treppe des Reichstagsgebäude stürmten. Die KollegInnen mussten deshalb ihre Arbeit vorzeitig beendet.

Ein dreiviertel Jahr nach Hanau, können jüdische Journalisten und diejenigen, die für jüdische Zeitungen und Blogs schreiben, nicht ungefährdet von Kundgebungen berichten, an denen Rechte und verschwörungsideologische Linke teilnehmen. Die Erfahrungen haben die Berichterstatter vom JFDA an diesem Wochenende gemerkt. Zuvor wurde man mindestens zweimal auf den Kundgebungen von Attila Hildmann bedrängt, ohne dass die Polizei großartig eingeschritten wäre. Erst auf Hinweise durch die Umstehenden, bemühten sich die Beamten, die eigentlich dafür eingesetzt werden, um solche Aktionen zu unterbinden, so langsam mal zu den attackierten Journalisten. Wie gesagt, etwas weniger als ein Jahr nach Hanau und vollmundigen Versprechungen durch die Bundesregierung. 

Politiker, die jetzt ihre Bestürzung in die bereitstehenden Mikrophone und Kameras salbadern, haben hier,  in weiten Teilen, auf ganzer Linie versagt. Die Sicherheitsbehörden ebenfalls. 

Die demokratiefeindliche Haltung der Querfront ist nicht erst seit Hanau etc. bekannt. Zumindest nicht, wenn man seinen Job gemacht hat. Daher ist es schwer nachvollziehbar, wenn ein Herr Steinmeier usw. jetzt ihre Fassungslosigkeit, Bestürzung etc. in den. Äther stammeln. 

Dennoch lag in den Bildern von der amerikanischen und russischen Botschaft gestern etwas beinahe tragisch-komisches.

Da wankte vor den Gebäuden eine Mischung aus lappenschwenkenden Reichswichteln, Nazideppen, ungewaschenen Esohippies und weiteren kruden Gestalten auf und ab, fordert krakeelend und zombiegleich blökend „Friedensvertrag, Friedensvertrag, Friedensvertrag“ und dann kommt nicht einmal der gelangweilte Wochenendpförtner vor die Tür um zu schauen, welcher verhaltensauffälligen Heiopeis diesen ebenso infernalischen, wie infantilen Radau veranstalten. 

Da stehen drei Tage hintereinander Angestochene krakeelend und lappenschwenkend vor den  Botschaften, und dann kommt noch nicht einmal der Wochenendpförtner raus, um nachzugucken welche Heiopeis seit Stunden diesen infernalisch-infantilen Radau veranstalten.  

Dem Ganzen wohnt eben auch etwas Tragisch-Komisches inne. 

Veröffentlicht unter Rassismus, Antisemitismus, Reichsbürger | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Hallo Innensenat Berlin, Hi Herr Geisel, Heyho Bundespolitik

„Freiheit, Freiheit, ist das Einzige was zählt“. Dieser Textzeile von Westernhagen nerven mich beinahe genauso, wie die mindestens 20 Milliarden Menschen, die am Wochenende durch Berlin wankten, um ihren „Tag der Freiheit“ – gegen Maskenpflicht und Demokratie zu begehen. 

Menschen, die durch die Corona-Zeit tatsächlich verunsichert sind, sich gefragt haben, wie weit die von der Regierung erlassenen Vorsichtsmaßnahmen und Einschränkungen tatsächlich mit der Gesetzeslage vereinbar sind, marschierten einträchtig neben gewaltbereiten Nazis, Querfrontlern, Esohippies und anderen Verschwörungsideologen. 

Abgesehen von gesundheitsgefährdenden Risiken, den die Anwesenden sich selbst und anderen aussetzen und aussetzen werden, geht es mir hier um den politischen Aspekt.

„Demonstranten“ durften ungehindert Plakate mit einem „Ungeimpft-Stern“ in die Lüfte recken oder eindeutig antisemitische T-Shirts mit der Vorder-Aufschrift „FCKZION“ tragen, während auf dem Rücken „Lies die Protokolle“ prangte. 

Auf den Bühnen wurden Reden mit den üblichen antisemitischen Chiffren über eine angeblich jüdische Weltelite gehalten.

Die Meinungsfreiheit musste an diesem Wochenende viel ertragen.

Dabei ist diese Bewegung nicht ganz neu und alle, die sich spätestens ab 2012 kritisch mit Verschwörungsmythologien in Deutschland befasst haben, dürften nicht groß überrascht von dem  sein, was sich da gestern auf den Straßen Berlins präsentierte. Seit den ersten „Montagsmahnwachen für den Frieden“, 2014 ist für alle Beobachter klar, dass diese beinahe schon homogene Gruppe aus den o.g.  Nazis, Leute aus dem linken Spektrum, Querfrontlern, Esohippies, Reichsbürgern und weiteren Verschwörungsideologen besteht, die durch zwei Hauptmerkmale geprägt und geeint werden: Antidemokratie und Antisemitismus. 

Diese Montagsmahnwachen waren damals Thema in den Medien. Die Politik habt selbstverständlich ebenfalls mitbekommen und bereits damals die Gefahr die von diesen Gruppen ausgeht, den Antisemitismus der ihnen innewohnt, ja im Grunde Hauptbestandteil ist, ignoriert oder verniedlicht. Es wurde ebenso konsequent relativiert wie das Aggressionspotential, das von diversen Reichsbürgern ausging und weiterhin ausgeht. 

Das „Antireichsdeppenforum“ warnte ab etwa 2007 bereits vor dieser Gefahr. Hauptinhalt des Forums waren damals die kruden Ansichten der Reichsbürger, ihre eigenwilligen Interpretationen unserer Verfassung und das Hang zur Gewaltbereitschaft. Die Mitglieder des Forums waren damals hauptsächlich Finanzbeamte, Gerichtsvollzieher, Juristen und weitere Menschen, die mehr oder weniger direkt mit Reichsbürgern zu tun hatten oder diese Leute zumindest zu ihrem Kundenkreis konnten. 

Im Gegensatz zu den üblichen Foren, in denen jeder, der mal  am Blinddarm  operiert wurde auf einmal Herzchirurg war, schrieben hier Leute vom Fach, die das Wissen und die Erfahrung hatten und inhaltlich sinnvolle Beiträge beisteuern konnten. 

Schon damals, wurden aus den Reihen des Forums Bürgerbüros, Agenturen für Arbeit etc. gewarnt. Diese Hinweise wurden weitgehend ignoriert. Sie wurden nicht einmal besonders ernst genommen, als die Ersten aus dem Reichsbürgerspektrum in verschiedenen Amtsstuben auftauchten und es zu Gewalttaten gegenüber den dortigen Beamten kam. 

Erst nach einiger Zeit wurde diese Gefahr seitens der Politik wenigstens annähernd ernst genommen. Durch dieses Versagen von Politik und Sicherheitsbehörden, konnte es dazu kommen, dass ein Adrian U. und Wolfgang P. bei einem Einsatz von Polizei und Gerichtsvollzieher, auf Polizeibeamte schießen konnten. Erst ab diesem Zeitpunkt begann man die Gefahr wirklich ernst zu nehmen und zeigte einen übereilten, für langjährige Beobachter dieser Szene, unfreiwillig komisch wirkenden Aktionismus. Nach den ersten Warnungen um 2007/2008, brauchten die Behörden also lediglich acht bis neun Jahre, um die Gefahr ernst zu nehmen und entschlossenes Handeln zu zeigen. Na, wenn man sich mal nicht sicher fühlen kann.

Genau dieses Versagen von Politik und Sicherheitsbehörden konnte und kann man von 2014 bis heute bei der neuen Querfront beobachten. Manchmal muss man sich fragen, ob es sich um absolute Unfähigkeit, höchstmögliche Überforderung oder gar Unwillen handelt, diesem Problem zu begegnen und es in Angriff zu nehmen. 

Die Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut und man selbst muss auch mal Dinge aushalten, die einem zutiefst zuwider sind. 

„Fuck Zion“ T-Shirts wird man nicht ohne Weiteres verbieten können, doch bereits der gewählte Titel der Demonstration  „Tag der Freiheit“ hätte alle, die  wenigstens ansatzweise mit der Geschichte des Antisemitismus vertraut sind, hellhörig werden lassen müssen. Dieser „Tag der Freiheit“ war der Titel eines NS-Propagandafilms von Leni Riefenstahl über den 7. Reichsparteitag in Nürnberg.

Nicht allen Teilnehmern wird diese Verbindung klargewesen sein. Der/die Anmelder jedoch, werden diesen Namen im vollen Bewusstsein dieser menschenverachtenden Ideologie gewählt haben. Die Exekutive hätte daher Hinweise und strikte Order bekommen müssen, auf antisemitische Äusserungen jeglicher Art zu achten und diese, da wo es geht, zu unterbinden. 

Wenn auf einer Demonstration immer wieder Gestalten auftauchen die sich einen gelben „Ungeimpft-Stern“ anpappen oder gleich den „Judenstern“ aus der NS-Zeit tragen oder Transparente in die Luft gehalten werden, auf dem der Impfausweis mit einem Judenstern gleichgestellt wird, dann ist die Grenze  der Meinungsfreiheit überschritten. 

Holocaustrelativierung fällt eindeutig nicht unter Meinungsfreiheit. In München und einigen anderen Städten ist das Tragen dieser Symbole inzwischen verboten. In anderen Orten und auch in Berlin fühlt man sich offenbar nicht annähernd bemüßigt dieser Form des Antisemitismus entschlossen entgegenzutreten. Damit hat der Innensenat Berlin an diesem Wochenende erheblich mit dazu beigetragen, den Antisemitismus weiter in der Mitte der Gesellschaft zu  manifestieren und trägt eine Mitverantwortung an jeglicher Art gegen Juden in Deutschland. 

Volker Beck und Antisemitismusbeauftragte  wie Felix Klein und Ludwig Spaenle setzen sich immer wieder gegen Juden- und Israelfeindlichkeit ein. Dazu kommen unzählige freiwillige Gruppen wie das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA), die Leute von Report Antisemitism und unzählige weitere Gruppierungen, die sich mit Antisemitismus beschäftigen, dagegen vorgehen und warnen. Deren Arbeit bringt jedoch nichts, wenn sie vom Rest der Politik alleingelassen werden, bzw eine gewisse Unterstützung lediglich zu Holocaustgedenktagen oder nachdem, mal wieder, Juden angegriffen wurden, erfahren. 

Antisemiten wie Attila Hildmann können seit Mai 2020 täglich offen Ihren Antisemitismus ausleben. Freilich ist nicht jede antisemitische Äusserung strafbar, doch auch im Falle wiederholter Holocaustrelativerung und anschließender Hetzkommentare, der Verwendung von Synoymen für Juden, beinahe wortwörtlicher Wiederholung antisemitischen NS-Jargons usw., begnügen sich die Behörden mit beobachten, Beweissammlung und Auswertung Hintern plattsitzen. Selbst Angesichts der Terroranschläge von Christchurch und Halle finden in Deutschland scheinbar keine Bemühungen statt einen Weg zu finden dieser Hetze Einhalt zu gebieten. Man wird so lange untätig bleiben, bis irgendein Follower Attilas oder anderer Hetzfiguren sich aufgerufen fühlt, „etwas zu unternehmen“. Doch hier findet die Radikalisierung nicht im „ominösen“ Darknet statt, von dem 80% der Politiker ohnehin nicht sagen können, was das genau ist und wie es funktioniert. Ebenfalls ein Totalversagen. Doch dann steht wieder ein Volker Steinmeier oder x-beliebiger anderer Politiker vor den Mikrophonen und salbadert etwas von „Fassungslosigkeit“ in die bereitstehenden Kameras, während immer Juden in Deutschland darüber nachdenken, wo sie hinkönnen, wenn der Antisemitismus noch weiter zunimmt.

Von weiten Teilen der Politik werden sie wohl, bis auf lauwarme Phrasen, keine Unterstützung erfahren. 

Und so wird sich auch bei der nächsten Demo der antisemitischen Querfront nicht großartig etwas tun. 

Es werden weiter Holocaustrelativierer mit gelben Sterne, knallharte Antisemiten und weitere Querfrontler durch die Städte marschieren. 

Die einzige Aktivität der Exekutive wird darin bestehen, der Marschkolonne freies Geleit zu gewähren.

„Antisemiten die Straßen frei“

Abgesegnet durch den Innensenat Berlin oder taten/willenlose Verantwortliche  in anderen Städte. 

So haben beide Gruppen eine Ausrede. Der Innensenat konnte ja nicht ahnen was sich da zusammenbraut und die Exekutive hat nichts vom Dienstherren gehört.

Bei den Anfängen wegzuschauen und am Ende von nichts zu haben, das hat in Deutschland schließlich eine gewisse Tradition.

Veröffentlicht unter Antisemitismus, Israel, Rassismus, Antisemitismus, Reichsbürger | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Wenn sich Teile der Exekutive zu Mittätern machen

Für, unter der NS-Herrschaft, ermordeten Zwangsarbeiter fand heute in Berlin-Marzahn eine Gedenkveranstaltung statt, an der auch die Mitglieder mehrer Parteien, darunter auch die AfD, teilnahmen.

Aufgrund der Teilnahme dieser Partei, in der Geschichtsrevisionismus und Antisemitismus beinahe zur Tagesordnung gehören, rief das Bündnis „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA)“ zu einer Gegendemonstration auf. Während die Teilnehmer dieser Gegenproteste, darunter Angehörige der ermordeten Opfer vor dem Friedhofseingang warten mussten, geleiteten Polizeibeamte die Teilnehmer der AfD still und heimlich durch einen Nebeneingang auf das Friedhofsgelände.

Die Veranstaltung begann mit etwa 15 Minuten Verspätung. Doch auch zu diesem Zeitpunkt, wurden Gegenprotestler, die zur Stele gelangen wollten, zurückgedrängt.

Immer wieder versuchten Gegendemonstranten, bis zur Stele vorzudringen. Beamte der Polizei verhinderten dies vehement und zwangen dabei auch nach eigener Auskunft Angehörige und Hinterbliebene von Holocaust-Opfern zur Umkehr.https://m.tagesspiegel.de/berlin/wegen-teilnahme-der-afd-tumulte-bei-gedenkveranstaltung-fuer-ns-opfer/25472444.html?utm_referrer=http%3A%2F%2Fm.facebook.com

Diese Reaktion ist vielleicht noch nachvollziehbar. Dass jedoch Angehörige der Opfer, durch die Exekutive, daran gehindert wurden, der Toten zu gedenken, ist unentschuldbar.

Die Polizeibeamten haben hier zu 100% versagt, auf die Gräber der Toten gepisst und die grausam ermordeten Menschen und ihre Angehörigen verhöhnt.                              Konsequenzen werden hier wohl keine folgen. Doch die Beamten, die hier heute im Einsatz waren, haben aktiv daran mitgewirkt, dass der Diskurs wieder ein Stück nach rechts verschoben wurde und Erinnerung und Gedenken an die Opfer der Shoa relativiert werden.

Über die Demonstranten sagte Gunnar-Norbert Lindemann (das ist der, der gerne in die Ukraine reist und dort die Dienste von Billigprostituierten in Anspruch nimmt – ein echtes misogynes Goldstück also), dass diese auf den Gräbern der Toten herumgetrampelt hätten. Ein weiterer AfD-Abgeordneter bezeichnete die Gegenprotestler, darunter wie erwähnt, Angehörige der Opfer, als Ratten. Ein Begriff, direkt aus der NS-Terminologie, mit der man sich in der AfD bestens auskennt und an deren Wortschatz man sich bewusst bedient.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Eine Verhöhnung der Opfer des Holocaust

Für, unter der NS-Herrschaft, ermordeten Zwangsarbeiter fand heute in Berlin-Marzahn eine Gedenkveranstaltung statt, an der auch die Mitglieder mehrer Parteien, darunter auch die AfD, teilnahmen.

Aufgrund der Teilnahme dieser Partei, in der Geschichtsrevisionismus und Antisemitismus beinahe zur Tagesordnung gehören, rief das Bündnis „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA)“ zu einer Gegendemonstration auf. Während die Teilnehmer dieser Gegenproteste, darunter Angehörige der ermordeten Opfer vor dem Friedhofseingang warten mussten, geleiteten Polizeibeamte die Teilnehmer der AfD still und heimlich durch einen Nebeneingang auf das Friedhofsgelände.

Die Veranstaltung begann mit etwa 15 Minuten Verspätung. Doch auch zu diesem Zeitpunkt, wurden Gegenprotestler, die zur Stele gelangen wollten, zurückgedrängt.

Immer wieder versuchten Gegendemonstranten, bis zur Stele vorzudringen. Beamte der Polizei verhinderten dies vehement und zwangen dabei auch nach eigener Auskunft Angehörige und Hinterbliebene von Holocaust-Opfern zur Umkehr.https://m.tagesspiegel.de/berlin/wegen-teilnahme-der-afd-tumulte-bei-gedenkveranstaltung-fuer-ns-opfer/25472444.html?utm_referrer=http%3A%2F%2Fm.facebook.com

Diese Reaktion ist vielleicht noch nachvollziehbar. Dass jedoch Angehörige der Opfer, durch die Exekutive, daran gehindert wurden, der Toten zu gedenken, ist unentschuldbar.

Die Polizeibeamten haben hier zu 100% versagt, auf die Gräber der Toten gepisst und die grausam ermordeten Menschen und ihre Angehörigen verhöhnt.

Über die Demonstranten sagte Gunnar-Norbert Lindemann (das ist der, der gerne in die Ukraine reist und dort die Dienste von Billigprostituierten in Anspruch nimmt – ein echtes misogynes Goldstück also), dass diese auf den Gräbern der Toten herumgetrampelt hätten. Ein weiterer AfD-Abgeordneter bezeichnete die Gegenprotestler, darunter wie erwähnt, Angehörige der Opfer, als Ratten. Ein Begriff, direkt aus der NS-Terminologie, mit der man sich in der AfD bestens auskennt und deren Wortschatz man bewusst verwendet.

Veröffentlicht unter Antisemitismus | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Helau Heil

Seit 2015 scheint es im Karneval verstärkt zum Standart zu gehören, dass man Rassismus als humorige Kritik verkauft. Sei es bei Umzügen oder Umzügen oder bei Umzügen.

So verwundert es nicht, dass Rassismus auch in diesem Jahr zum festen Bestandteil einer zünftigen Karnevalssitzung zu gehören scheint. Zumindest, wenn man zu einer Veranstaltung des „Narrenbundes Süplingen e.V.“ geht.

Haldensleben. Eine Büttenrede in der sachsen-anhaltischen Provinz sorgt für Aufregung. In der Rede auf der Prunksitzung des Narrenbundes in Süplingen war am Samstag in rassistischer Manier von „Negern“ und „Asylanten“ die Rede, wie die Magdeburger „Volksstimme“ berichtet. Statt mit Protest und Widerspruch reagierten die Zuschauer in dem Ortsteil von Haldensleben demnach vor allem mit Klatschen und Johlen.

Die Zeitung veröffentlichte Auszüge aus der Büttenrede. Der Redner habe etwa über die Inschrift auf dem Berliner Reichstagsgebäude gesprochen. „Dem deutschen Volke steht da. Nordafrika gehört nicht mehr zu Deutschland. Das haben wir verloren“, sagte er demnach. „Trifft ein Asylant eine Fee“, habe ein weiterer „Witz“ begonnen. „Die Fee sagt, du hast drei Wünsche frei. Sagt der Asylant: Als erstes wünsche ich mir Geld. Viel Geld für mich, meine vier Frauen und meine 20 Kinder. Die Fee schaut ins deutsche Gesetzbuch und sagt: Kein Problem, bekommst du. Und schwupps war Geld da.

Quelle: https://www.rnd.de/politik/rassistische-buttenrede-linken-politikerin-fordert-konsequenzen-S7AC6QWSOFDYXAQH4YOIKBT4HM.html?fbclid=IwAR3AvDTdmsyFB42P5JIdetDq9fIPQ4XmO1nPBmftpcfr7ZGQLSqAj6tgVtE

Normalerweise werden solche Sitzungen geprobt und in der Regel ist bei diesen Proben doch immer mindestens ein Vereinsmitglied, in der Regel ein Pöstchenjäger, anwesend. Umso erbärmlicher ist es, dass Vorträge mit eindeutig rassistischem Inhalt, ohne Probleme durchgewunken werden. Apropos winken: ob beim Vorstand, während der Probe der rechte Arme unten blieb oder von der linken Hand daran gehindert werden musste, bleibt mit Sicherheit Vereinsinterna.

Der Spaßvogel dieser „lustigen“ Büttenrede heißt übrigens Brauns. Ob dieser „telling name“ ein Pseudonym oder tatsächlicher Familienname ist, ich weiß es nicht. Was man jedoch sagen kann ist, dass sich solche Inhalte auch auf den Sitzungen ab 1933 bis kurz vor der Ankunft von Sir Arthur Harris, großer Beliebtheit erfreuten.

Man kann den braunen Schellenclowns Süplingen e.V., auf der FB-Seite übrigens ein fröhliches Feedback in den Kommentaren hinterlassen: https://www.facebook.com/SNBhellau/?hc_location=ufi Bitte nicht beleidigend, sondern humorvoll. Es ist Karneval, also werden sie wohl einen Spaß verstehen.

Edit: Der Narrenclub Süplingen e.V. scheint Kritik gegenüber nicht gerade aufgeschlossen. Zumindest wurden diesbezügliche Kommentare stillschweigend gelöscht.

Veröffentlicht unter Rassismus, Antisemitismus | Verschlagwortet mit , , , , , | Kommentar hinterlassen

Alltag in der AfD

Die AfD im Stadtrat Köln, setzte heute Morgen folgenden holocaustrelativierenden und geschichtsrevisionistischen Tweet ab:

Es darf arg bezweifelt werden, dass es 1944/45 noch Juden zwischen Deutschland und Polen gab, die frei herumliefen. Die waren zu diesem Zeitpunkt von SS, Wehrmacht und denunzierender Bevölkerung schon lange in die KZs und Vernichtungslager gebracht worden. Dort starben sie entweder in den Gaskammern, wurden von den Kommandos bestehend aus SS und Wehrmacht erschossen oder verloren ihr Leben durch die Zwangsarbeit und fehlende oder mangelnde Ernährung. Zu dieser Zeit waren schon lange ganze Städte und Landstriche als „judenfrei“ gemeldet. 
Es ist daher sehr unwahrscheinlich, dass sich diese Geschichte so zugetragen hat, wie sie die AfD-Köln hier in den Äther trötet. Kurz darauf wurde der Tweet, in altbekannter Manier, wieder gelöscht. Dafür legte man im Laufe des Tages mit zwei weiteren Tweets nach: 

Quelle der Screenshots: https://www.facebook.com/RABAkoeln/?__xts__%5B0%5D=68.ARDM27EVT9lzStsY0mXTb5HfSNVe2_Oetjo8EOrHS0OPk2-k9wU2NSvh2TFtR-KRBiAgoPp73SQdeQNUt_VoJRbq2cgxcopemFAgrumCI6Hmc-5eUOo6NDGsQS2O5NIBaRlyyt2aQiDW89W-UGxjV-dXWJrjpeZnkwXgkve1btb9vHw6sLlF1Q5sTE0wugF0XzyonJJjLCjbFU9oT28XAEFNL03jx4SnZiDjLXNNeP0OpPHEtJWqKZqSQoxNM7Jp12bqK-4ccxekb4t_EobnrypHx3rTUjRt9hdJT8UyWBn5RCzDoSqD0E5v5Hqr-dQ8BgpeeVtGaA8VNXdXHRaFDiUDie AfD-Köln bestreitet selbstverständlich vehement, es würde sich um Antisemitismus oder Geschichtsrevisionismus handeln und ebenso selbstverständlich ist das eine glatte Lüge.Es hat in der Tat, in wenigen Fällen, Racheakte durch Juden an Deutschen gegeben – und wer wollte das diesen Menschen, nach den Repressionen und unzähligen kaltblütigen Morden, die diese Menschen seit 1933 wieder erleiden mussten, verdenken?
Doch was die AfD-Köln hier veranstaltet, ist durchweg hinterhältig, empathielos und eine untere Stufe der moralischen Verkommenheit.  Hier wird klar behauptet, dass „der Jude“ auch Täter sei. 
 
Das ist ganz im goebbelschen höckeschen Sinne des sog. „Flügels“. Das ist Holocaustrelativierung und Geschichtsrevisionismus in Reinform.

Eines beweist der erste Tweet jedoch (wieder einmal) deutlich: die AfD ist eine Partei, in der Antisemiten, Holocaustrelativierer- und leugner sowie Geschichtsrevisionisten ein wohliges Zuhause gefunden haben. Die Person, die diese Tweets verfasst hat, gehört definitiv in diese Kreise. Hier wurden 6 Millionen Juden allein dafür instrumentalisiert, um plärrend auf die Gefahr des Linksradikalismus zu verweisen und sich, auch das ist nicht neu, mal wieder in der Opferrolle zu suhlen. Dabei gilt man bei der Person sicherlich bereits als Linksradikal, wenn man darauf hinweist, dass es sich bei diesem  perfiden Tweet eben um die angesprochenen Punkte Revisionismus und Relativierung der Shoa handelt. Und schon wieder hat es funktioniert, die Diskursverschiebung nach Rechts. Man will „endlich wieder etwas sagen dürfen“. Diese Partei ist sich dabei nicht zu schade, dies auf dem Rücken der millionenfachen Opfer des größten Verbrechen der Neuzeit zu tun. Herr Meuthen wird natürlich weiterhin in den Äther quaken, dass die AfD die einzige Partei ist, die Juden wohlgesonnen sei, obwohl beinahe täglich das Gegenteil der Fall ist.Ich diskutiere unter diesem Beitrag keinesfalls, dass es auch Antisemitismus von muslimischer Seite und, als „Israelkritik“ getarnten von linker Seite gibt. Das ist mit klar, aber an dieser Stelle nicht das Thema. Edit:Auch Alice Weidel übt sich fleissig im Geschichtsrevisionismus. Es kann natürlich ebenfalls sein, dass sie langsam dement wird. 04Glücklicherweise ist man bei der russischen Botschaft bereit ihr beim Geschichtswissen noch einmal auszuhelfen und da die AfD in der Regel sehr putinaffin ist, nimmt Weidel diese Hilfe sicherlich dankbar an:05Quellen der Screenshots: https://www.facebook.com/RABAkoeln/?__xts__%5B0%5D=68.ARDwCoZVhdPUvMUHUUK02U_rqLsXl9TtPFk0fq3pHNQPe0dvpel8G6fFb1anTtifC44iF5fGRTc8HNlkT_WIDQBhKjhrLnTPitZDhEpqHTB32eWRz56ZDLk1x27AezbHny0euxQLxW8g2I_rlApckBrivw7HlOHmf1j8npgilnmaXneZHURfNoecwcYHj_zx_q0QwIgV03gylvM0WcS6cEUIZH83dG82ComQrq83GzOVlVNP5nhcCVCmInrFWff1x-oWN_L82VJoSWM3hocw1s1pqwg6-jnhd-9hM4ABxVuAw5uPb2ga4Utm0B7wz0psrSkT0XexYdNkZeZG9NoAa0o 

Für Erika Steinbach könnte diese Antwort ebenfalls hilfreich sein.

Veröffentlicht unter Antisemitismus, Rassismus, Antisemitismus | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Auerbachs Keller

Die B-Jugend von Hertha BSC war zu Gast beim VfB Auerbach im Vogtland (Sachsen) und hat das Regionalligaspiel, aufgrund rassistischer Beleidigungen gegen Spieler in den eigenen Reihen, vorzeitig abgebrochen.

In einer Stellungnahme hieß es dazu:

STELLUNGNAHME ZUM VORFALL IN DER B-JUNIOREN REGIONALLIGA

Aufgrund von rassistischen Beleidigungen hat unsere Mannschaft das Spiel in Auerbach vorzeitig abgebrochen.

Berlin – Im Spiel am Samstag (14.12.19) in der B-Junioren-Regionalliga Nordost unserer U16 beim VfB Auerbach 1906 ist es zu einem rassistischen Vorfall gekommen. Mehrere Spieler unserer Mannschaft sind von ihren Gegenspielern rassistisch beleidigt worden.

Nach Hinweisen beim Schiedsrichter haben wir uns entschieden, das Spielfeld in der 68. Minute beim Stand von 2:0 für uns zu verlassen und das Spiel nicht fortzusetzen, denn wir als Hertha BSC verurteilen Rassismus und Diskriminierung in jeglicher Form.

Paul Keuter, Mitglied der Geschäftsleitung von Hertha BSC: „Es gibt Situationen, in den auch für uns der Fußball zweitrangig wird. Wir haben eine Verantwortung uns, unseren Spielern und auch der Gesellschaft gegenüber. Diese Verantwortung nehmen wir sehr ernst und deshalb war es die einzig richtige Entscheidung, dieses Spiel nicht fortzuführen. Vielleicht ist diese Maßnahme ein Weckruf, dass wir alle gemeinsam – Spieler, Vereine, Verbände und Fans – endgültig diesem Problem Herr werden. In einer solchen Situation sind uns Werte und eine klare Haltung wichtiger als ein Sieg oder eine Niederlage auf dem Platz.“

(HerthaBSC/City-Press)

https://www.herthabsc.de/de/intern/stellungnahme-u16-auerbach-1920/page/16867–17–.html

Beim VfB Auerbach hat man sich mit einer Äusserung Zeit gelassen und antwortete auf die Vorwürfe später:

Stellungnahme des VfB Auerbach zum Spielabbruch bei den B-Junioren

Der VfB Auerbach hat mit großem Bedauern den Schritt der U16 von Hertha BSC wahrgenommen, das Regionalliga-Spiel vorzeitig zu beenden. Der VfB Auerbach verwehrt sich gegen den erhobenen Rassismus-Vorwurf. Der VfB Auerbach stellt fest, dass weder der Schiedsrichter, noch die Schiedsrichter-Assistenten eine rassistische Äußerung wahrgenommen haben. Dies hat das Schiedsrichter-Gespann dem VfB Auerbach im Anschluss an das Spiel bestätigt. Auch ist der von Hertha BSC erweckte Eindruck falsch, es habe sich um ein Spiel gehandelt, das in irgendeiner Form von rassistischen Aussagen geprägt gewesen sein soll.

Fest steht, dass es sich um ein heißes Spiel gehandelt hat. Während des Spiels mussten die Auerbacher Spieler über das erträgliche Maß hinaus beleidigende Äußerungen ihrer Gegenspieler ertragen mussten. „Wir haben über das gesamte Spiel übelste Pöbeleien und fortwährende Beleidigungen der Berliner Spieler gegenüber unseren Spielern mit Bedauern und Unverständnis feststellen müssen. Auch innerhalb der Berliner Mannschaft kritisierten sich die Spieler in einer ungewöhnlich harten Art“, sagt VfB-Manager Volkhardt Kramer, der selbst das Spiel vom Spielfeldrand verfolgt hat. „Es hat sich um ein Spiel mit hoher Intensität seitens der Berliner gegenüber unseren Spieler und dem Schiedsrichter gehandelt.“

Zum Verlassen des Spielfelds der Berliner Spieler führte ein Freistoß für Berlin vor dem Auerbacher Strafraum. Innerhalb der Mauer kam es zu einer Rangelei, im Nachgang zu einer Rudelbildung.

Der VfB Auerbach geht nun in aller Gründlichkeit intern allen Vorwürfen nach. Sollten sich die Anschuldigungen als berechtigt herausstellen, wird der Verein die entsprechenden Konsequenzen ziehen. Allerdings bittet der VfB Auerbach in diesem Zusammenhang Hertha BSC darum, der Frage nachzugehen, ob sich alle Spieler und Funktionäre der U16 entsprechend des Kodex der sportlichen Fairness verhalten haben. Details zum Spiel wird der VfB Auerbach dem zuständigen Sportgericht in einer Stellungnahme in den nächsten Tagen mitteilen.

Auch weist der VfB Auerbach darauf hin, von Vorverurteilungen abzusehen. Das U17-Team des VfB Auerbach hat sich in den bisherigen Spielen trotz einer sportlich schwierigen Lage stets fair verhalten und ist in keinem Spiel auch nur ansatzweise durch irgendwelche ähnlich gelagerten Vorfälle aufgefallen. Neben VfB-Manager Volkhardt Kramer äußerte sich auch Vorstandsmitglied Michael Stöhr-Gäbler zu den Vorfällen: „Ich kann die Meinung und die Äußerungen von Manager Volkhardt Kramer nur bestätigen. Nach ersten Recherchen kann in keinster Weise auch nur ansatzweise von einem rassistischen Verhalten gesprochen werden. Noch vor zwei Wochen waren wir nach dem Hinspiel bei Hertha BSC zum Bundesliga-Spiel Hertha BSC gegen Borussia Dortmund eingeladen. Damals herrschte eine friedliche Atmosphäre zwischen beiden Mannschaften. Es wäre zu wünschen gewesen, wenn sich das auch am Samstag fortgesetzt hätte.“

Der VfB Auerbach, alle seine Spieler, Funktionäre und Mitglieder verurteilen Rassismus.

http://vfb-auerbach.de/stellungnahme-des-vfb-auerbach-zum-spielabbruch-bei-den-b-junioren

Das mutet etwas sonderbar an. Sachsen weist eine Rassistenquote von gefühlt 50% auf. Ich weiß, es werden durchaus weniger sein, aber dass ausgerechnet in einem Kader, der von der Besetzung her, durchgehend „deutsch“ erscheint, kein Einziger sein soll, der rassistisches Gedankengut in sich trägt und dieses wohlmöglich lautstark äussert, klingt mehr als nur unglaubwürdig.

http://vfb-auerbach.de/mannschaften/nachwuchs/u17

P.S.: Beim Blick auf die Tabellensituation, bekommt „Auerbachs Keller“ eine vollkommen neue Bedeutung.

Veröffentlicht unter Rassismus, Antisemitismus | Verschlagwortet mit , , , , | Kommentar hinterlassen

An die Tagesschau-Redaktion

Ich habe eben diese Mail an die Redaktion der Tagesschau geschickt:

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Grunde braucht man sich über Ihre tendenziöse Art der Berichterstattung über Israel nicht mehr groß zu wundern. Wie 90% der restlichen Medienlandschaft in Deutschland, ist man auch bei Ihnen schnell bei der Hand, wenn es darum geht, israelfeindlich zu berichten.

Doch angesichts des immer stärker werdenden Antisemitismus, sind schon seit längerer Zeit ein paar Worte überfällig.

Heute titeln Sie auf Ihrer Homepage:

Nach Waffenruhe: Israel fliegt wieder Luftangriffe auf Ziele im Gaza-Streifen http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-621341.html

Erst im Laufe des Berichts wird erwähnt, dass es zuvor der Islamische Jihad war, der die Waffenruhe gebrochen und weiter Raketen und Mörsergranaten auf israelisches Gebiet gefeuert hat. Die hier gewählte Headline ist mit Absicht gewählt und böswillig irreführend, da der Eindruck entsteht, dass Israel hier der Aggressor und verantwortlich dafür ist, dass die Region nicht zur Ruhe kommt.

In der gestrigen Tagesschau im Morgenmagazin, wurde der Standartsatz aus dem Anti-Israel-Phrasenbaukasten „..zuvor wurde Israel mit dutzenden von Raketen beschossen“, verwendet.
Auch hier wurde die Formulierung absichtlich gewählt. Die Anzahl der Geschosse, mit denen Israel attackiert wurde, betrug bereits am Vorabend 18:32 Uhr 360. In der Nacht flogen weitere Raketen auf israelisches Zielgebiet. Der letzte Alarm ereignete sich gegen 7:11 Uhr, israelischer Zeit, die Anzahl der Geschosse lag bei 50 Raketen oder Granaten. Dennoch wurde diese verharmlosende, die Faktenlage verzerrende Formulierung gewählt. Das ist ein Schlag ins Gesicht eines jeden Menschen, der in diesem Zeitraum in Sderot, Alumim, Mefalsim etc. in den Schutzräumen saß.

Diese Formulierung ist bei Ihnen, ZDF, Spiegel, SZ, FAZ usw. Standart. Ganz egal, b 24, 40, 50 oder 150+ Flugkörper aus Gaza gegen Israel abgefeuert werden.
Es ist ebenfalls Standart, dass, in 90% der Fälle, erst berichtet wird, wenn Israel Verteidigungsmaßnahmen ergreift und die Stellungen der Terroristen gezielt angreift, anstatt wie Hamas und IJ die Raketen, mehr oder weniger auf’s Geratewohl, auf israelische Zivilgebiete zu feuern.

Ihre Korrespondenten im, relativ sicheren, Tel Aviv und Sie in den Redaktionsräumen in Deutschland, haben sicherlich keine Probleme damit, die exakte Zahl der Raketen zu recherchieren und die Mitarbeiter in Tel Aviv haben mit großer Sicherheit „Red Alert“ oder eine ähnliche App installiert.
Kleiner Recherche-Profi-Tipp: zur Not einfach bei der IDF anfragen, die liefern exakte Zahlen, die in jeder Meldung zu nennen sind, damit der Zuschauer/Leser, ein klares Bild davon bekommt, was dieses (relativierende, Täter-Opfer-Umkehrende) „dutzende von“ in der Realität bedeutet.

Sie tragen durch Ihre Berichterstattung massiv mit dazu bei, dass der Antisemitismus in der Mitte der Gesellschaft gestärkt wird. Man kann dem Durchschnitts-Zuschauer noch nicht einmal böse sein, wenn er durch Ihre Art zu dem Schluss kommt „Guck doch mal, was die Israelis mit den Palästinensern machen“. Das führt unter Umständen dazu, dass er demnächst wegschaut, mit den Schultern zuckt oder es affirmativ abnickt, wenn wieder Juden beleidigt oder sogar angegriffen werden. Sie tragen dafür die Verantwortung und haben eine Teilschuld daran, dass der Antisemitismus in der Mitte und an den politischen Rändern der Gesellschaft in Deutschland wächst.

Veröffentlicht unter Antisemitismus, Israel | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Chartbreaker Klasen

Ein bekannter, wenn auch mittlerweile weitgehend harmloser, Vertreter der Reichsbürger ist Rüdiger Klasen, auch bekannt unter dem pseudogermanischen Namen „Kunkel Speerwerfer“. Niemand kämpft auf seiner Heimseite  so verbittert und aussichtslos  gegen die Windmühlen, wie der Don Quichotte aus Ostdeutschland. Seinen Sidestep Helmut, als Sancho Pansa zu bezeichnen, wäre allerdings eine Beleidigung des eigentlichen Helden aus Cervantes  Roman.

Rüdiger hat jedenfalls entdeckt, dass die taz  in einem dreiteiligen Special (hier Teil 1) über die Reichsbüger berichtet. Da Rüdi so ziemlich alles mögliche, aber kein Reichsbürger ist, muss er sich selbstverständlich sofort triggern lassen und reagiert mit einem Antwortvideo, in dem er klarstellt, dass er kein Reichsbürger ist,  dennoch ziemlich  schnappatmet und den Reichsbürger par excellence gibt.

Es scheint, als wenn der arme Mann nur noch damit beschäftigt ist Videos dieser Art zu produzieren, denn gestern erschien ein recht gut gemachtes Filmchen, des YT-Videokanals „Was ist dran an…„.

 

Rüdi antwortet natürlich postwendend, ohne irgendwie auch nur im Entferntesten widerlegen oder entkräften zu können. Ich weiss nicht, wer hinter der Plattform „Was ist dran an…“ steckt, aber die Inhalte der verschiedenen Videos sind schon gut recherchiert und abgearbeitet.

Datenlos-Rüdi allerdings wird vermuten, dass auch hier ein weiterer Arm der Zaiber-Terroristen vom Sonnenstaatland dahintersteckt.  Es kann natürlich auch gut sein, dass der Verfassungsschutz mit drin hängt, aber das muss geprüft werden.

Verehrte Leser,

wenn Sie Rüdi und seinen Reichsbürgerverein datenlos.info einmal aus nächster Nähe, inklusive Streichelzoofeeling, kennenlernen möchten, dann kommen Sie am 09.11.2016 zum Reichstag in Berlin. Keine Angst, Sie müssen nicht in der Schlange anstehen. Bevor Herr Klasen nicht dort einzieht und Sie nur ihn sehen wollen,(hören werden sie ihn sowieso) reicht (sic!) die Wiese vor dem Gebäude. Vielleicht schlägt Shaman-Man ja auch wieder auf.

Rüdi wird dort sein und diverse Agenten von UNS ebenso.

 

Veröffentlicht unter Reichsbürger | Verschlagwortet mit , , , , , , | 2 Kommentare

Von Lebenderklärungen und päpstlichen Bullen.

Vor ein paar Tagen erlangte, mal wieder, ein Reichsbürger traurige Berühmtheit. Sind die Folgen der Aggressionsschübe bei den bisherigen Aktionen mehr oder weniger glimpflich ausgegangen, hat die letzte Gewalttat, begangen durch  Wolfgang P., einen 32-jährigen Polizeibeamten das Leben gekostet. An dieser Stelle mein herzliches Beileid und viel Kraft für die Angehörigen.

Es scheint, als würde man in Sicherheitskreisen die Gefahr, die von dieser Klientel ausgeht, erst so langsam erkennen. Einen Grund intensiver zu handeln  sieht man offenbar dennoch nicht.

bildschirmfoto-2016-10-21-um-18-53-45

Anscheinend müssen die Verantwortliche erst noch genauestens eruieren, was es denn mit dieser neuartigen Erfindung namens „Internet“ auf sich hat und was damit so alles möglich ist. An dieser Stelle wünsche ich viel, und vor allem, schnellen Erfolg.

Auf diversen FB-Seiten und auf verschiedenen Schwurbelportalen im Netz tauchen immer wieder sog. „Lebenderklärungen“ auf. Dort versichern sich die Menschen gegenseitig, und auch allen anderen, die es nicht hören wollen, dass sie cerebral-entkernte geistig-beseelte Menschen und keine Personen, Hamster oder Anzüge aus feinstem Harris-Tweed sind.

Besonders schön liest sich dieses Exemplar, das seit zwei Tagen wieder verstärkt im Netz auftaucht:

Lebenderklärung.jpg

Dieses wirre Schriftstück offenbart das hirnlose Kopieren, ohne genaue Überprüfung der Inhalte. In der Verschwörungsszene ein typisches Vorgehen. Besonders lustig nimmt sich dann natürlich aus, dass die „Erwachten“ alle anderen, die ihnen nicht folgen, als „hirngewaschene Schlafschafe“ bezeichnen.

Der „beseelte und blutende Mensch“ aus Fleisch erklärt sich, uns und der Repto-Illuminaten-BRD-GmbH, unter dem demokratischen Merkel-Regime, also nach einer päpstlichen Bulle von 1540 etwas.

Jeder halbwegs intelligente und interessierte Mensch würde, wenn er so einen Schrieb vor sich liegen hätte, erst einmal gucken, was es denn mit dem Inhalt auf sich hat. Da dieses Schreiben, ausser Daten und damit verbundenen Angaben, nicht viel Inhalt aufweist, schauen wir uns doch mal das Wesentliche an:

Die päpstliche Bulle von 1540 gibt es tatsächlich. Diese Gründungsbulle wurde zur Zeit von Papst Paul III.  verfasst und trägt unter Garantie nicht die Bezeichnung „Unam Sanctum Catholum“, sondern den Namen „Regimini militantis eccelsiae“ (Zur Regierung der streitenden Kirche). Mit der päpstlichen Unterschrift, in nasser blauer violetter Tinte, wurde der Jesuitenorden endgültig bestätigt, durch den Papst abgesegnet und für nicht störend befunden.

Die Bulle „Unam Sanctam„, nicht Sanctum, liebe Reichsbürger, die fälschlicherweise hinter das Jahr 1540 gesetzt wurde, stammt aus dem Jahre 1302. Hier fordert Papst Bonifatius VIII., dass der Kirche sei, was der Welt ist. Genauer: es geht ihm um die Steuern, die die französischen Kleriker dreisterweise an König Phillip IV. entrichten. Als Papst von Welt in Rom, mag man so etwas natürlich nicht. Warum sollte Märchenprinz Boni auch einen Finger zum Arbeiten krumm machen, wenn er selbige auch ebensogut an diverse Mätressen legen konnte?

Der im wirren Geschmiere angegebene Cestui que Vie Act , verabschiedet vom Parliament of England, stammt tatsächlich aus dem Jahre 1666 und beschreibt u.a., was mit einem Menschen passiert, wenn er bspw. auf See abhanden kommt und sieben Jahre keinen Mucks mehr macht.  Diese Verordnung wurde, seit 1666, zwischenzeitlich immer mal wieder geändert.

Immerhin die letzte Angabe ist stimmig, auch wenn sie jetzt nicht direkt etwas mit der Person Reichsbürger zu tun hat (es sei denn er zerschellt auf See).

Zum inhaltlosen Inhalt dieser Erklärung werde ich  in den nächsten Tagen noch etwas schreiben.

 

 

 

Veröffentlicht unter Reichsbürger | Verschlagwortet mit , , | 23 Kommentare