Auerbachs Keller

Die B-Jugend von Hertha BSC war zu Gast beim VfB Auerbach im Vogtland (Sachsen) und hat das Regionalligaspiel, aufgrund rassistischer Beleidigungen gegen Spieler in den eigenen Reihen, vorzeitig abgebrochen.

In einer Stellungnahme hieß es dazu:

STELLUNGNAHME ZUM VORFALL IN DER B-JUNIOREN REGIONALLIGA

Aufgrund von rassistischen Beleidigungen hat unsere Mannschaft das Spiel in Auerbach vorzeitig abgebrochen.

Berlin – Im Spiel am Samstag (14.12.19) in der B-Junioren-Regionalliga Nordost unserer U16 beim VfB Auerbach 1906 ist es zu einem rassistischen Vorfall gekommen. Mehrere Spieler unserer Mannschaft sind von ihren Gegenspielern rassistisch beleidigt worden.

Nach Hinweisen beim Schiedsrichter haben wir uns entschieden, das Spielfeld in der 68. Minute beim Stand von 2:0 für uns zu verlassen und das Spiel nicht fortzusetzen, denn wir als Hertha BSC verurteilen Rassismus und Diskriminierung in jeglicher Form.

Paul Keuter, Mitglied der Geschäftsleitung von Hertha BSC: „Es gibt Situationen, in den auch für uns der Fußball zweitrangig wird. Wir haben eine Verantwortung uns, unseren Spielern und auch der Gesellschaft gegenüber. Diese Verantwortung nehmen wir sehr ernst und deshalb war es die einzig richtige Entscheidung, dieses Spiel nicht fortzuführen. Vielleicht ist diese Maßnahme ein Weckruf, dass wir alle gemeinsam – Spieler, Vereine, Verbände und Fans – endgültig diesem Problem Herr werden. In einer solchen Situation sind uns Werte und eine klare Haltung wichtiger als ein Sieg oder eine Niederlage auf dem Platz.“

(HerthaBSC/City-Press)

https://www.herthabsc.de/de/intern/stellungnahme-u16-auerbach-1920/page/16867–17–.html

Beim VfB Auerbach hat man sich mit einer Äusserung Zeit gelassen und antwortete auf die Vorwürfe später:

Stellungnahme des VfB Auerbach zum Spielabbruch bei den B-Junioren

Der VfB Auerbach hat mit großem Bedauern den Schritt der U16 von Hertha BSC wahrgenommen, das Regionalliga-Spiel vorzeitig zu beenden. Der VfB Auerbach verwehrt sich gegen den erhobenen Rassismus-Vorwurf. Der VfB Auerbach stellt fest, dass weder der Schiedsrichter, noch die Schiedsrichter-Assistenten eine rassistische Äußerung wahrgenommen haben. Dies hat das Schiedsrichter-Gespann dem VfB Auerbach im Anschluss an das Spiel bestätigt. Auch ist der von Hertha BSC erweckte Eindruck falsch, es habe sich um ein Spiel gehandelt, das in irgendeiner Form von rassistischen Aussagen geprägt gewesen sein soll.

Fest steht, dass es sich um ein heißes Spiel gehandelt hat. Während des Spiels mussten die Auerbacher Spieler über das erträgliche Maß hinaus beleidigende Äußerungen ihrer Gegenspieler ertragen mussten. „Wir haben über das gesamte Spiel übelste Pöbeleien und fortwährende Beleidigungen der Berliner Spieler gegenüber unseren Spielern mit Bedauern und Unverständnis feststellen müssen. Auch innerhalb der Berliner Mannschaft kritisierten sich die Spieler in einer ungewöhnlich harten Art“, sagt VfB-Manager Volkhardt Kramer, der selbst das Spiel vom Spielfeldrand verfolgt hat. „Es hat sich um ein Spiel mit hoher Intensität seitens der Berliner gegenüber unseren Spieler und dem Schiedsrichter gehandelt.“

Zum Verlassen des Spielfelds der Berliner Spieler führte ein Freistoß für Berlin vor dem Auerbacher Strafraum. Innerhalb der Mauer kam es zu einer Rangelei, im Nachgang zu einer Rudelbildung.

Der VfB Auerbach geht nun in aller Gründlichkeit intern allen Vorwürfen nach. Sollten sich die Anschuldigungen als berechtigt herausstellen, wird der Verein die entsprechenden Konsequenzen ziehen. Allerdings bittet der VfB Auerbach in diesem Zusammenhang Hertha BSC darum, der Frage nachzugehen, ob sich alle Spieler und Funktionäre der U16 entsprechend des Kodex der sportlichen Fairness verhalten haben. Details zum Spiel wird der VfB Auerbach dem zuständigen Sportgericht in einer Stellungnahme in den nächsten Tagen mitteilen.

Auch weist der VfB Auerbach darauf hin, von Vorverurteilungen abzusehen. Das U17-Team des VfB Auerbach hat sich in den bisherigen Spielen trotz einer sportlich schwierigen Lage stets fair verhalten und ist in keinem Spiel auch nur ansatzweise durch irgendwelche ähnlich gelagerten Vorfälle aufgefallen. Neben VfB-Manager Volkhardt Kramer äußerte sich auch Vorstandsmitglied Michael Stöhr-Gäbler zu den Vorfällen: „Ich kann die Meinung und die Äußerungen von Manager Volkhardt Kramer nur bestätigen. Nach ersten Recherchen kann in keinster Weise auch nur ansatzweise von einem rassistischen Verhalten gesprochen werden. Noch vor zwei Wochen waren wir nach dem Hinspiel bei Hertha BSC zum Bundesliga-Spiel Hertha BSC gegen Borussia Dortmund eingeladen. Damals herrschte eine friedliche Atmosphäre zwischen beiden Mannschaften. Es wäre zu wünschen gewesen, wenn sich das auch am Samstag fortgesetzt hätte.“

Der VfB Auerbach, alle seine Spieler, Funktionäre und Mitglieder verurteilen Rassismus.

http://vfb-auerbach.de/stellungnahme-des-vfb-auerbach-zum-spielabbruch-bei-den-b-junioren

Das mutet etwas sonderbar an. Sachsen weist eine Rassistenquote von gefühlt 50% auf. Ich weiß, es werden durchaus weniger sein, aber dass ausgerechnet in einem Kader, der von der Besetzung her, durchgehend „deutsch“ erscheint, kein Einziger sein soll, der rassistisches Gedankengut in sich trägt und dieses wohlmöglich lautstark äussert, klingt mehr als nur unglaubwürdig.

http://vfb-auerbach.de/mannschaften/nachwuchs/u17

P.S.: Beim Blick auf die Tabellensituation, bekommt „Auerbachs Keller“ eine vollkommen neue Bedeutung.

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