Gesicht zeigen – Artists against Antisemitism

Torsun (Egotronic) und Björn peng(Björn Peng), haben die Initiative „Artists against Antisemitism“ ins Leben gerufen.

Notwendig ist dies leider schon lange, denn der Antisemitismus kommt aus so ziemlich allen politischen und teilweise religiösen Richtungen. Massiv zugenommen hat er bereits mit der Bewegung der Quer“denker“. Enorm gesteigert wurde er jedoch noch einmal in den letzten Wochen, nachdem die Hamas Israel mit über 4000 Raketen bombardierte und der israelische Staat, die einzige Demokratie im Nahen Osten, es tatsächlich wagte sich gegen antisemitischen Terror zu wehren.

Während antisemitische Muslime gemeinsam mit antizionistischen Linken auf die Straße gingen, haben sich die Antisemiten im rechten Lager in weiten Teilen gemütlich zurückgelehnt und andere das schreien, plärren, krakeelen und pöbeln lassen, was sie selbst ebenfalls denken. Fast alle, denn auch die rechtsextremen Kleinparteien „Die Rechte“ mit ihrer Parole „Israel ist unser Unglück“, die übrigens viele Verwaltungsgerichte als nicht strafrechtlich antisemitisch einstuften, und „Der dritte Weg“, hielten Kundgebungen ab, in denen die aktuelle Situation in und um Israel nicht Thema waren, hielten Kundgebungen ab, in denen auch Antisemitismus nicht gefehlt hat.

Verdächtig still wurde es auf einmal um die „Ich-möchte-unbedingt-Israel-kritisieren-aber will-nicht-zugeben-dass-ich-Antisemit-bin“-Verfasser der „Jerusalemer Erklärung„. Als der Mob muslimischer und linker Antisemiten durch die Straßen mehrerer Großstädte zog und zur Vernichtung Israels aufrief, als Juden auf der Straße attckiert wurden, jüdische Prominente und weniger Bekannte Hassnachrichten per Mail etc. bekamen, da wussten die Damen und Herren „Israelkritiker“ auf einmal ziemlich wenig zu sagen.

In dieser Zeit, in denen das Leben von Jüdinnen und Juden immer unsicherer wird, sie auf der Straße angegriffen werden oder sich auch nur für die Politik Israels verantworten sollen – was durchaus etwas von Blockwartmentalität hat – und sie aus der Politik, ausser sich wiederholender Phrasen und leerer Versprechungen nichts zu erwarten haben, wollen wenigstens ein paar Künstler Gesicht zeigen und mit ihrem Namen gegen Antisemitismus einstehen.

Auszüge aus der Erklärung auf der Homepage von „Artists against Antisemitism“

Wir, die Artists against Antisemitism, wollen nicht untätig dabei zusehen, wie der Antisemitismus und sein nicht minder gefährlicher Zwilling, der Antizionismus, immer präsenter werden und mutiger auftreten. Egal, aus welcher Ecke er kommen mag, egal, mit welchem Hintergrund und egal, in welcher Erscheinung er auftritt, es ist uns absolut zuwider, dass dem Hass gegen jüdische Menschen so viel Verständnis und Toleranz entgegengebracht wird. 

Der Dämonisierung, der Delegitimierung und den Doppelstandards gegenüber dem Staat Israel, Jüdinnen und Juden und den als jüdisch chiffrierten Menschen weltweit, die in der Berichterstattung, in den Kommentaren und Meinungen geduldet werden, muss dringend ein Ende gesetzt werden. Es kann nicht sein, dass Synagogen rund um die Uhr geschützt werden müssen und – wie schon geschehen – jüdischen Menschen aus Sicherheitsgründen empfohlen werden muss, im öffentlichen Raum keine Kippa oder andere Merkmale, wie Kettenanhänger, zu tragen, sie sich also nicht als Juden zu erkennen geben sollten. Darum wollen wir nicht länger schweigen und zeigen, dass jede und jeder Einzelne diesen Zuständen etwas entgegensetzen kann.[…]

Dabei geht es uns explizit nicht darum, uns in innerisraelische Konflikte einzumischen, oder gar unsere Solidarität mit dem jüdischen Schutzraum und allen Juden weltweit daran zu koppeln, wer gerade in Israel die Regierung stellt. Es existiert dort eine funktionierende Demokratie, in der die inner- wie außerparlamentarische Opposition, sowie die freien Medien alle Möglichkeiten haben, ihre Regierung zu kritisieren. […]

Internationale Kampagnen wie BDS oder aktuell Palästina Spricht sind keine Friedensorganisationen, sondern in ihrer antisemitischen Einseitigkeit Teil des Problems. Ihrer Forderung nach einem Palästina “from the river to the sea” ist der unverhohlene Vernichtungswunsch gegenüber den dort lebenden Jüdinnen und Juden inhärent, zumal, wie jetzt bereits ersichtlich, in arabisch-muslimischen regierten Ländern kein Platz für jüdisches Leben vorgesehen ist. Ihre Propaganda zielt auf akademische und künstlerische Unterstützung, wie z. B. von Roger Waters (Pink Floyd). Dementsprechend bekommen sie viel mediale Aufmerksamkeit. 

Gegen Antisemitismus können wir nicht alleine anstehen, wenn breite Kampagnen versuchen ihre Kritiker:innen zum Schweigen zu bringen. Deshalb schließen wir uns als Artists Against Antisemitism zusammen, denn wir wollen die von Antisemitismus betroffenen Menschen nicht alleine lassen, sondern unsere Stimme gemeinsam erheben und laut werden.

Gegen jeden Antisemitismus

Zu den Unterzeichnern gehören bspw. Egotronic, Die Sterne, Ilsa Gold, Sarah Rambatz, Sandra Kreisler, Franz Dobler, Jonni Ben Salomo, Til Mette, Babsi Tollwut u.v.a.

Man muss jedoch nicht unbedingt Künstler sein, um dort zu unterzeichnen, was bisher (Stand 03.06.2021 15:40 Uhr) 545 Menschen getan haben, was viel zu wenige sind.

Hier geht es zum Unterzeichnen.

Gegen jeden Antisemitismus

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